Speyer Grundstein für den Nachwuchs gelegt

Die nächste Generation der Feuerwehr: die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr mit Betreuer Nicolai Nicke – der junge Man
Die nächste Generation der Feuerwehr: die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr mit Betreuer Nicolai Nicke – der junge Mann zwischen den beiden Jungen mit Helm.

Mittwochabend im Feuerwehrgerätehaus in Waldsee: Eine Gruppe von Jugendlichen der Jugendfeuerwehr übt unter Anleitung Knoten zu machen und hat sichtlich Spaß dabei. Die zweite Gruppe bekommt theoretischen Unterricht und erfährt einiges über die Rechte und Pflichten eines Feuerwehrmannes oder einer Feuerwehrfrau. Hier wird der Grundstein für die nächste Generation der Feuerwehrleute gelegt.

Offiziell wird die Jugendfeuerwehr Waldsee erst im August beim Kreisfeuerwehrtag und die Jugendfeuerwehr Otterstadt beim Jubiläum der Wehreinheit Otterstadt Anfang Mai gegründet, doch die Übungsstunden der Jugendlichen aus Waldsee und Otterstadt finden schon seit Beginn dieses Schuljahres zusammen im Feuerwehrgerätehaus in Waldsee statt. Zuvor haben sie bei der Jugendfeuerwehr Neuhofen mitgemacht. „Beim ersten Treffen im Sommer 2015 haben wir sechs bis sieben Kinder donnerstagabends zur Jugendfeuerwehr nach Neuhofen gefahren. Sie haben mit den Kindern dort geübt, wir haben in die Aufgaben der Betreuer hineingeschnuppert“, erzählt Jugendfeuerwehrwart Nicolai Nicke. Nach zwei Jahren ist die Gruppe auf zwölf bis 13 Kinder angewachsen und es war an der Zeit, eigene Übungsstunden in Waldsee anzubieten. Wenn die Gruppe noch größer wird, sollen auch noch in Otterstadt Übungsstunden angeboten werden. Lara (14), Lars und Lea (beide 15) sind seit Anfang an dabei. „Ich hab davon in der Zeitung gelesen, gedacht, ich könnte es mal versuchen und bin mit viel Spaß dabeigeblieben“, erzählt Lars, der inzwischen auch schon montags bei den Aktiven vorbeischaut. Seine Schwester Lea erzählt, dass sie es auch mal ausprobieren wollte und dann gleich drei Freundinnen mitgebracht habe. „Dass wir Mädchen besser vertreten sind“, erklärt sie. Mädchen seien voll akzeptiert, erklärt Lara. Die drei Jugendlichen mögen am liebsten die Übungen und zeigen ihr Können gerne bei Vorführungen. Sie wollen auf alle Fälle dabeibleiben. Mit 16 Jahren kann der Nachwuchs in den aktiven Dienst der Wehren aufgenommen werden. Nachwuchs zu finden ist der Hauptgrund, warum in Waldsee und Otterstadt eine Jugendfeuerwehr gegründet wird. „Es ist jetzt nicht so, dass montags einfach jemand Neues zur Übung kommt und sagt: Hier bin ich, ich möchte zur Feuerwehr“, sagt Nicke. Also müsse man sich den Nachwuchs selber ziehen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum der 24-Jährige sich zum Jugendfeuerwehrwart ausbilden ließ. „Es macht mir einfach viel Spaß, mit dem Nachwuchs zu arbeiten“, erzählt er. Als Jugendlicher war er selbst zwei Jahre bei der Jugendfeuerwehr in Limburgerhof. Damals gab es in Waldsee noch keine. Seit er 16 Jahre alt ist, ist er aktiver Feuerwehrmann in Waldsee. Die vielen Übungen, Einsätze, das Engagement für die Jugend und die damit verbundenen Fortbildungen nehmen viel Freizeit des jungen Mannes ein, der als Beamter bei der Stadt Ludwigshafen arbeitet. Das müsse man schon wollen. Für Geld jedenfalls mache das keiner, sagt Michael Jaspers, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Rheinauen. „Das mit der Aufwandsentschädigung für Feuerwehrleute funktioniert nicht. Ein Jugendfeuerwehrwart bekommt im Monat rund 30 Euro“, bedauert er. „Der Lohn kommt von den Kindern. Jede Woche wieder“, sagt Nicke und zuckt mit den Schultern. Er hat vier Kollegen, die ihm bei der Betreuung helfen: Die beiden Waldseer Paulina Heikamp (20) und Hubert Wellenberg (39) sowie die Otterstadter Nico Pinger (20) und Christopher Geier (19). Letztlich sollen alle Betreuer den Jugendwartlehrgang machen. „Mir ist wichtig, dass sie richtig ausgebildet werden“, sagt Jaspers. Bei dem einwöchigen Lehrgang werden die Betreuer in Pädagogik geschult, bekommen Tipps, wie Übungen gestaltet werden, aber auch Gruppendynamik, Aufsichtspflicht und Versicherungsfragen sind Themen. Da die Plätze sehr begehrt sind und nicht alle, die angemeldet sind, auch berücksichtigt werden, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis auch die anderen Betreuer den Lehrgang absolviert haben. Es gibt aber darüber hinaus noch eine Reihe anderer Fortbildungen, an denen Nicke und seine Kollegen teilnehmen.

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