Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Großes Modellbauprojekt: Die „Pfalz“ soll bald fliegen

Einmalig: Karl-Heinz Vögeli baut den Doppeldecker Pfalz D.IIIa im Maßstab eins zu drei nach. Die Puppe vorne ist eine Nachbildun
Einmalig: Karl-Heinz Vögeli baut den Doppeldecker Pfalz D.IIIa im Maßstab eins zu drei nach. Die Puppe vorne ist eine Nachbildung seiner selbst.

Karl-Heinz Vögeli ist sich sicher, dass sein großes Modellbauprojekt auf der Zielgeraden ist und nicht im sprichwörtlichen verflixten siebten Jahr auf der Strecke bleibt. An seinem originalgetreuen Nachbau des Doppeldeckers Pfalz D.IIIa von 1917/18 muss er noch ein paar kleine, aber bedeutende Arbeiten erledigen, dann soll das Modell im Maßstab eins zu drei endlich abheben.

„Ich habe eine Herausforderung gesucht“, erklärt der Speyerer, weshalb er sich dem Nachbau eines historischen Flugzeugs verschrieben hat, für den es keinen Bausatz zu kaufen gibt. Rund 20 flugfähige Flugzeugmodelle hatte das Mitglied des Vereins zur Förderung der Luftfahrthistorie der Pfalz (VFLP; Speyer) bis zu seiner folgenreichen Entscheidung für die Pfalz D.IIIa vor fast sieben Jahren bereits gebaut – allesamt auf Basis von Bausätzen. Ungezählte Arbeitsstunden, in denen Vögeli einige Tausend Teile aus Metall, Holz und Kunststoff selbst fräste, zuschnitt, verlötete oder tiefzog haben den Jagdeinsitzer der Pfalz-Flugzeugwerke inzwischen fast in alter Größe auferstehen lassen.

Originaltreue steht an erster Stelle

Was dem Modell mit einer Spannweite von 3,12 Metern und einer Rumpflänge von 2,33 Metern zur Flugfähigkeit noch fehlt, ist die Bespannung der rechten Tragflächen mit Textilfolie, sind Einstellungen verschiedener Winkel an den Flügeln sowie die Einrichtung des Schwerpunkts der Maschine. „Dafür habe ich extra eine Schwerpunktwaage gebaut“, sagt der Mess- und Regeltechniker-Meister. Der Rentner, der in seinen letzten 25 Berufsjahren in leitender Funktion für die Aromaten-Anlagen bei der BASF in Ludwigshafen zuständig war, legt großen Wert auf Originaltreue bei Herstellung und Verarbeitung aller Teile.

Zu den wenigen Elementen, die Vögeli verständlicherweise nicht selbst gebaut hat, gehört der Motor. „Es ist ein Boxermotor mit 8 PS Leistung des Herstellers Toni Clark“, sagt er. Das Aggregat ist im Rumpf verbaut. Um das Erscheinungsbild der Pfalz D.IIIa möglichst genau zu treffen, will der Speyerer eine Motoren-Attrappe aus Holz herstellen und auf dem Rumpf befestigen. „Ich muss unter 25 Kilogramm Gewicht bleiben, damit ich das Modell nicht als normales Flugzeug zulassen muss, um es fliegen zu dürfen. Derzeit habe ich eine Reserve von 800 Gramm“, informiert Vögeli. Für Modellflugzeuge genügt eine Schallpegelmessung, die bei der „Pfalz“ ein Experte des Vereins Modellfluggruppe Ruppertsberg vornehmen soll. Auf dem Modellfluggelände des Vereins soll dann nächstes Jahr auch der Jungfernflug erfolgen.

Vereinskamerad besorgt Original-Daten

Vögeli hat das Eins-zu-Drei-Modell der Pfalz D.IIIa, des ersten bei den Pfalz-Flugzeugwerken in Speyer konstruierten und hergestellten Maschinentyps, zwar allein gebaut. Ohne die Unterstützung von Peter Seelinger, ebenfalls VFLP-Mitglied und Organisator der Internationalen Flugzeug-Veteranen-Teile-Börse im Technik-Museum, wäre das Unterfangen aber aussichtslos gewesen, wie er betont. „Peter hat mir die Kopie des originalen Ersatzteilkatalogs der ,Pfalz’ besorgt. Darin sind auch die Maße aller Teile vermerkt“, sagt Vögeli. Zudem war der Speyerer mehrfach im Technik-Museum, um den dort ausgestellten Nachbau der Pfalz D.IIIa in Originalgröße, aber flugunfähig, zu fotografieren. Unter Seelingers Anleitung haben Azubis der Pfalz-Flugzeugwerke dieses „Modell“ gebaut.

Der Speyerer ist stolz, dass er bereits zweimal in großen, reich bebilderten Artikeln in der Fachzeitschrift „Modellflug international“ über sein Projekt berichten konnte. Derzeit schreibt er an seinen dritten Artikel für die „MFI“.

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