Speyer / Schifferstadt Großeinsatz: Schwelender Metallstaub auf Lastzug bremst Verkehr auf A61

Heißes Eisen: Die Feuerwehr löscht an der A61 glimmenden Metallstaub, den ein Sattelzug geladen hat.
Heißes Eisen: Die Feuerwehr löscht an der A61 glimmenden Metallstaub, den ein Sattelzug geladen hat.

Ein Schwelbrand in Säcken voller Metallstaub auf einem Sattelzug hat am Montag mehrere Feuerwehren beschäftigt. Der Parkplatz Nachtweide und ein Teil der A61 waren gesperrt.

„Das war schon eine große Sache“, sagt Speyers Feuerwehrsprecher Thomas Tremmel am frühen Montagabend. Da hatte es bereits mehr als neun Stunden gedauert, bis die letzten der insgesamt 44 Einsatzkräfte vom Parkplatz Nachtweide an der A61 abrücken konnten. Alarmiert worden waren die Speyerer Brandbekämpfer demnach gegen 9.30 Uhr. Zuvor hatte der Fahrer des Sattelzuges, der auf der A61 in Fahrtrichtung Koblenz unterwegs war, Rauch aus seinem Auflieger bemerkt. Der Mann steuerte den Parkplatz Nachtweide zwischen dem Autobahnkreuz Speyer und der Anschlussstelle Schifferstadt an, wo er sein Fahrzeug abstellte und den Notruf wählte.

Beladen war der Sattelzug nach Angaben der Feuerwehr mit Spritzstaub. Das metallene Abfallprodukt aus der Automobilindustrie sollte zu einem Entsorger transportiert werden. Abgefüllt war der Metallstaub in sogenannte Bigbags, großen Säcken, die im Laderaum auf Paletten standen. Aus Sicherheitsgründen sei der Parkplatz geräumt und abgesperrt worden, sagt Tremmel. Auf der A61 galt während der Löscharbeiten aufgrund der Rauchentwicklung Tempo 60. Die Autobahnpolizei Ruchheim sperrte zudem die Fernstraße halbseitig, weil auf dem Standstreifen und der rechten Fahrspur Einsatzfahrzeuge bereitgestellt werden mussten. Denn der Löscheinsatz gestaltete sich kompliziert.

Metallstaub fängt an zu glimmen

Wie die Feuerwehr berichtet, war der Frachtraum des Aufliegers völlig verraucht. Sein Unterboden hatte sich durch den Schwelbrand auf mehr als 100 Grad aufgeheizt und musste gekühlt werden. Weitere Ausrüstung wurde angefordert: Die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen schickte einen Rüstwagen-Kran, die Werkfeuerwehr des Weinheimer Automobilzulieferers Freudenberg stellte spezielles Löschpulver bereit. Die Feuerwehr Schifferstadt sorgte mit einem Fahrzeug für zusätzliches Löschwasser.

Das Löschen und Kühlen der Ladung gelang, doch waren nach Angaben der Feuerwehr sowohl die Transportsäcke als auch die Paletten durch die Hitze so stark beschädigt, „dass ein Entladen mittels Kran ausgeschlossen war“. Ein Bergungsunternehmen holte schließlich unter den Augen der Feuerwehr den schwelenden Metallstaub vom Lastzug. Danach musste noch die Fahrspur des Parkplatzes gesäubert werden. Auch Erdreich, das mit dem Gemisch von Löschwasser und Staub in Berührung gekommen war, wurde abgetragen – vorsorglich, versichert die Feuerwehr. Bei dem Metallstaub habe es sich weder um Gefahrgut gehandelt, noch habe er einer Wassergefährdungsklasse unterlegen.

Als Ursache für den Schwelbrand vermutet die Polizei, dass der Metallstaub vor dem Beladen nicht vollständig abgekühlt war. Am Sattelauflieger sei nach aktuellem Stand kein Schaden entstanden. Grund zu mahnenden Worten sahen die Helfer nach dem glücklich ausgegangenen Großeinsatz aber doch: „Mehr als einmal gab es Gaffer, die den nachfolgenden Verkehr ausbremsten“, schildert die Speyerer Feuerwehr: „Glücklicherweise blieben Folgeunfälle aus.“

Wasser marsch: Der Metallstaub wird gekühlt. Wegen des Rauchs gilt auf der A61 über Stunden Tempo 60.
Wasser marsch: Der Metallstaub wird gekühlt. Wegen des Rauchs gilt auf der A61 über Stunden Tempo 60.
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