Speyer Gnadenfrist für Sepa

. Die Uhr tickt: Die allerletzte Gnadenfrist für Unternehmen, Vereine und öffentliche Verwaltungen bei der Umstellung auf Sepa (Single Euro Payments Area), den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, läuft zum 1. August aus. Auch in Speyer gebe es noch kleinere Unternehmen oder manche Vereine, die sich darauf verließen, sagt Till Messmer, der bei der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Speyer als Bereichsleiter Firmenkunden betreut. Solches Abwarten sei aber gefährlich und könne zu Liquiditätsproblemen führen, warnt er. Denn gerade Unternehmen mit geringer Kapitaldecke könnten ihren Zahlungsverpflichtungen womöglich nicht mehr nachkommen, wenn ihre Lastschriften nach altem Verfahren ins Leere laufen. „Unternehmen mit erheblichem Lastschriftaufkommen haben zwischenzeitlich bereits die Umstellungsarbeiten weitestgehend abgeschlossen“, berichtet Messmer aus der Praxis. Allerdings: „Bei kleineren Unternehmen sowie auch beim ein oder anderen Verein ist die Sepa-Umstellung noch nicht abgeschlossen, im schlechtesten Fall überhaupt noch nicht angegangen“, stellt er fest. Auch bei den Kunden der Sparkasse Vorderpfalz habe die große Mehrheit schon zum 1. Februar die Vorbereitungen abgeschlossen, berichtet Andreas Mack, Leiter des Medialen Vertriebs bei dem Kreditinstitut. Die Umstellung habe die Kunden vor völlig unterschiedliche Herausforderungen gestellt, von der unzureichenden technischen Ausstattung bis hin zum Aufbau einer sinnvollen Mandatsreferenznummer sei alles vertreten gewesen, so Mack. Ihre Hausaufgaben bereits gemacht hat zum Beispiel die Firma Neubeck Automobile GmbH und Co. KG in der Landwehrstraße, wie Gregory Frank aus der Kreditorenbuchhaltung auf Anfrage mitteilte. Mit Hilfe des technischen Supports sei der Großteil der Lastschriftkunden zur Frist 1. Februar automatisch umgestellt worden. Das Umrechnen der Bankverbindungen habe weitgehend funktioniert: „Wir haben nur einen Teil händisch gemacht“, erklärt Frank. Pro Woche würden bei Neubeck etwa zehn Lastschriften abgewickelt. Auch bei der Kurt Stahl GmbH in der Auestraße (Treppen-Stahl) sei alles bereits umgestellt, sagt Francesca Fichera aus der Buchhaltung. „Wir haben kaum Lastschriftkunden.“ „Wir sind nicht wesentlich von der Sepa-Umstellung betroffen“, sagt auch Josef Burkhard, Kaufmännischer Leiter bei der Firma C. Dupré Bau GmbH in der Franz-Kirrmeier-Straße. „Wir haben so gut wie keine Lastschriftkunden.“ Dennoch habe die Firma die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Der Stichtag für die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf die neuen Sepa-Zahlverfahren für Überweisungen und Lastschriften war der 1. Februar 2014. Um den Übergang zu erleichtern, gilt aber derzeit eine Ausnahmereglung, nach der Banken und Sparkassen noch Zahlungen im Altformat abwickeln können. Fakt ist aber: An Sepa führt kein Weg vorbei. Ab August können Lastschriften und Überweisungen nach dem alten Verfahren nicht mehr bearbeitet werden. Die bedeutend großzügigere Übergangsfrist bis zum 1. Februar 2016 gilt im Wesentlichen nur für Privatkunden. Für Firmen besteht dann die Gefahr, dass Zahlungen von privaten wie gewerblichen Kunden nicht wie gewohnt eintreffen – sprich Geld auf den Konten fehlt. Obendrein können auch reale Einbußen beispielsweise durch den Verlust von Skontogutschriften entstehen. Einige Unternehmen unterschätzten den organisatorischen und damit auch zeitlichen Aufwand des Umsetzungsprozesses, so Till Messmer von der Volksbank. Für einen reibungslosen Einzug der Sepa-Lastschriften bedürfe es aber in der Regel einiger Testläufe, um die Einzugssystematik und technischen Anforderungen bei der Bank und im Unternehmen aufeinander abzustimmen.