Speyer Glockengeläut und Böllerlärm
Rund 500 Personen auf der Straße schätzt die Polizei, deren Speyerer Inspektion mit Blick auf die bundesweite Sicherheitslage von Bereitschaftspolizisten unterstützt wird. Sie haben bei milder Witterung wenig zu tun. „Wir haben Präsenz gezeigt, mussten aber nicht eingreifen“, so ein Sprecher. Kurz vor Mitternacht ziehen viele Feiernde über die Maximilianstraße zum Dom. Eine Gruppe junger Leute startet im Durchgang des Altpörtels in das Jahr 2019. Ausgestattet ist sie mit Partyhütchen, einem Stehtisch als Abstellmöglichkeit für Sektflaschen und einer Musikbox im Rucksack für laute Partyhits aus den 1980er-Jahren. Nebenan sind die Häuschen des Neujahrsmarkts mit Gittern abgesperrt. Freundliches, aber bestimmtes Sicherheitspersonal sorgt dafür, dass keine Feuerwerkskörper in diesen Bereich gebracht werden. Am Dom ist weniger los als in den Vorjahren, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tut. Wer Raketen abschießt oder ganz nah am Geschehen sein will, hält sich vor der Sperre auf, die am Ende der Maximilianstraße die Zonen mit und ohne Knallerei voneinander trennt. Der künstliche Rauch schafft es diesmal nicht, die Bischofskirche gänzlich zu verhüllen. Zahlreiche Handys werden in die Höhe gereckt, um das Geschehen zu dokumentieren. Menschen umarmen sich begeistert, tauschen Wünsche aus, halten Freunde mittels Handy auf dem Laufenden. Nach wenigen Minuten setzt sich das Glockengeläut der Kathedrale gegen den Böllerlärm durch. Das Sicherheitspersonal, gut an den roten Jacken zu erkennen, hat wenig zu tun. So können sich zwei der Wächter schon wenige Minuten nach dem Jahreswechsel mitten im Trubel einen gelieferten Döner schmecken lassen. Viele junge Familien mit Kindern beobachten das Treiben im abgesperrten Bereich. Ein kleiner Junge, in einen hellblauen Schneeanzug gepackt, rennt begeistert an der Rathaus-Front entlang, mühevoll von seinen Eltern verfolgt. Zwei Feiernde schwingen große Wunderkerzen schnell in großen Kreisen. Kurz vor halb eins mischt sich in die deutlich nachlassende Beleuchtung durch Feuerwerk das Blau einiger Einsatzfahrzeuge. Sie fahren vom Domplatz bis zum ebenfalls abgesperrten Bereich der Holzhäuschen um die Eisbahn vor dem Altpörtel. Zwei brennende Mülltonnen sind dort schnell gelöscht. Auch die Feier-Gruppe, die es sich unterhalb des Stadttores gemütlich gemacht hat, ist mit dem Wirken der Feuerwehr zufrieden. Sie stellt die Musik wieder lauter und weitere Sektflaschen auf den praktischen Stehtisch. Der Platz vor dem Dom leert sich wieder, die wenigsten der Feiernden gehen aber direkt nach Hause.