Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Gewaltprävention: Wie Kinder lernen Nein zu sagen

Eindrucksvoll: Der blaue Mann kommt Krümel nah.
Eindrucksvoll: Der blaue Mann kommt Krümel nah.

Kinder müssen Nein sagen lernen. Das schützt sie auch vor Gewalt und sexuellen Übergriffen. Ein Speyerer Serviceclub unterstützt sie dabei, das zu lernen.

Der Speyerer Kiwanis-Club hat in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendtheater mehr als 200 Grundschulkindern gezeigt, wie Nein-Sagen geht. Das Gewalt-Präventions-Stück „Geheimsache Igel“ des Wiesbadener 3D-Theaters greift den Umgang mit Gewalt und sexuellen Übergriffen eindrucksvoll wie kindgerecht auf.

An diesem Vormittag sind Kinder aus der Zeppelin-Grundschule, der Grundschule Berghausen und der Förderschule im Erlich vom Klassenzimmer ins Theater gewechselt. Der Alte Stadtsaal ist auch bei der dritten Aufführung von „Geheimsache Igel“ ausgebucht.

Die Bühne strahlt in sonnengelb, Krümel (Melanie Spielmann) tanzt und singt, lacht und spricht mit Freund Wurzel (Eric Haug) die Geheimsprache Ugulu. Nichts scheint die Heiterkeit trüben zu können, die Krümel und Wurzel in sich tragen. Auch die ziemlich große blaue Fliege stört den Frieden nur kurz, so lange, bis die Zuschauer sie auf Geheiß der Darsteller kurzum wegpusten. Krümel freut sich am Igel, an ihrem Leben und an Freund Wurzel. Der reimt auf Schnee, bis Mutter ihn zum Essen ruft.

Szenen, die nahegehen

Eine blaue Puppe taucht auf, gleich darauf steht ein blauer Mann neben dem Mädchen. Er will den Igel loswerden und Krümel in eine große blaue Kiste locken.

Die ganze sonnengelbe Freude weicht von Krümel. Nach und nach wird alles blau. Bedrohlich nahe kommt der blaue Mann, auch körperlich. Unter der Regie von Beate Krist entstehen Szenen, die den kleinen Zuschauerinnen und Zuschauer nahegehen. Es wird sehr still im Kinder- und Jugendtheater, als der blaue Mann den Deckel der blauen Kiste über sich und Krümel schließt.

Krümel geht es schlecht. Niemanden außer dem Igel vertraut sie sich an, selbst dem Freund nicht. Schließlich hat der blaue Mann ihr verboten, darüber zu reden.

Mit Worten gegen die vermeintliche Übermacht

Aber Wurzel wäre nicht der gute Freund, brächte er Krümel nicht bei, wie richtiges Nein-Sagen geht. Krümel ist voller Angst, die Spielmann großartig darstellt. Langsam wird sie sicherer, traut sich, sich energisch mit Worten gegen die vermeintliche Übermacht des blauen Mannes zu wehren. Das Publikum unterstützt Krümel dabei nach Kräften lautstark. Am Ende kehrt alles Sonnengelbe zurück ins Leben der beiden Freunde.

Im Nachgespräch raten die Schauspieler den Kindern, mit Eltern, Freunden oder Lehrern über mögliche Gewalt- oder Übergrifferfahrungen zu sprechen und zu jeder Zeit „gut miteinander umzugehen und aufeinander aufzupassen“.

Kinder zu stärken, zu schützen und zu fördern ist Ziel des Präventionsstücks von Olaf Krätke und auch der Grundgedanke des Serviceclubs Kiwanis. „Geheimsache Igel“ ist dafür ein echter Meilenstein.

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