Speyer Genannte distanzieren sich von Verlinkung bei AfD-Wahlprogramm
Mit Plakaten, Teilnahme an Diskussionsrunden oder Antwort auf Fragen der RHEINPFALZ hält sich Benjamin Haupt, Speyerer Kandidat der AfD, im Landtagswahlkampf eher zurück. Sein „alternativer“ Wahlkampf setzt auf eigene Internetangebote, in denen er in den vergangenen Tagen eine zunehmende „Lockdown-Wut“ zu entwickeln scheint.
Am Montag hat er auf Facebook ein Video zum „Wahlprogramm in 90 Sekunden“ seiner Partei geteilt, natürlich mit Shutdown-Bezug. Dazu setzt er 24 „Hashtags“, die nach der Logik der sozialen Medien Aufmerksamkeit schaffen. Dabei sind etwa die Kennungen anderer Parteien und von Speyerer Akteuren gelistet, die zuletzt in einem sachlichen Film des Schuh- und Modehauses Bödeker die Härten des Lockdowns beklagt hatten.
Verärgerung bei Gegenkandidat
Die finden das teilweise gar nicht toll. „Wir distanzieren uns in jeglicher Form von Parteiwerbung und wollen uns in nichts reinziehen lassen“, meldete sich Firmenchef Peter Bödeker zu Wort. Ihm wäre am liebsten, sein Name würde dort getilgt. Nur: Hashtags sind nicht geschützt. Man kann sich schwerlich aussuchen, wer sie veröffentlicht.
Auch SPD-Kandidat Walter Feiniler kommt zur Ehre der Erwähnung – und ist ebenfalls verärgert. Haupt hetze in den Netzwerken, beteilige sich aber an keiner politischen Auseinandersetzung, so Feiniler. „Stattdessen verlinkt er mittels Hashtag die anderen Kandidaten, Parteien und Gewerbetreibenden in Speyer unter dem Wahlprogramm der AfD.“ Feiniler distanziert sich von Partei und Kandidat.
Einordnung des Ganzen: dicke Luft, die wahrscheinlich nicht wahlentscheidend sein wird.