Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier: Meinungen gehen auseinander

Sollen Menschen und Tiere in Zukunft gemeinsam beerdigt werden?
Sollen Menschen und Tiere in Zukunft gemeinsam beerdigt werden?

Sollen Hund und Katze als Grabbeigabe erlaubt werden? Auf diese Frage eine gemeinsame Antwort zu finden, fällt den Fraktionen in Speyer schwer.

Die Linke hat den Prüfantrag im Stadtrat im August eingebracht. Der verwies ihn direkt in den Fachausschuss. Dort haben sich die Fraktionen in der ersten Sitzung schwergetan mit der eindeutigen Beurteilung der Lage. Nur eines ist klar und gibt der Linken Auftrieb: Keiner stellt sich der Prüfung entgegen.

Linken-Fraktionsvorsitzender Aurel Popescu appelliert an die Kollegen, ernsthaft mit dem Thema umzugehen. Es lächerlich zu machen – für ihn unmöglich. „Gerade die Pandemie hat gezeigt, wie sehr die Menschen auf ihre Begleiter angewiesen sind“, sagt der Fürsprecher der Mensch-Tier-Bestattung. Er will mit dem Angebot Trennungsängste nehmen.

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„Es ist bei Weitem nicht so romantisch, wie es klingt“, sagt Popescu zur Einäscherung des geliebten Tieres, dem viele in der Urne im eigenen Zuhause einen erinnerungswürdigen Platz geben. Nur eine Handvoll Asche bleibe übrig. Die zu einem Menschen ins Grab beizugeben, sieht Popescu nicht als großes Problem.

Rücksicht nehmen

Ebenso wenig sieht er die Notwendigkeit, extra einen Bereich in einem Grabfeld für solche Bestattungen abzutrennen. Damit gehen seine Kollegen nicht ganz so konform. „Hunde gelten bei den Muslimen als unreine Tiere“, gibt Claus Ableiter (FWS) zu bedenken. Er fordert: Rücksicht auf die Gefühle anderer religiöser Gruppen und eine klare Abtrennung.

Alle Glaubensgemeinschaften möchte auch Sylvia Holzhäuser (CDU) gefragt wissen. Sie treiben noch viel mehr Fragen um. Wie häufig werden solche Bestattungen angefragt? Gibt es ausreichend große Flächen? Wie ist das formale Prozedere? Wolfgang Tyroller (SWG) ergänzt die Liste des Unbekannten: Wer regelt die Beisetzung? Ist diese durch ein Testament rechtlich abgesichert? Und: Kann überhaupt jedes Tier kremiert werden?

Nüchterner Betrachter ist Andy Englert, der Friedhofsverwalter. „Wir sollten das Thema nicht verkomplizieren“, meint er als Antwort auf die Frage, wie es denn mit den Ruhefristen aussieht. Überlegenswert findet er, ein Feld, das nahezu leer geräumt ist, teilweise zum Test für Mensch-Tier-Bestattungen zur Verfügung zu stellen.

Final in eine Richtung denken können die Mitglieder des Friedhofsausschusses längst noch nicht. Es gibt unterschiedliche Meinungen. Die muss Friedhofsverwalter Englert in Zusammenarbeit mit der Verwaltung nun bei der Bearbeitung des Prüfantrags berücksichtigen.

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