Speyer Gemeindepsychiatrie baut Angebote aus

„Wir sind gut in Speyer-West angekommen.“ So zieht Christian Weiß, Fachbereichsleiter des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Vorderpfalz, Bilanz nach sieben Monaten GPZ in der Lessingstraße 11. Derzeit werden acht Außenwohngruppenplätze eingerichtet, deren Bezug ab Juli geplant ist, berichtet er.
Verteilt auf vier vom GPZ-Haus zu Fuß erreichbare Wohnungen erhielten psychisch Kranke mit geringem Unterstützungsbedarf die Möglichkeit, den Alltag zu zweit zu meistern, beschreibt Weiß das neueste Projekt in Speyer. 23 Mitarbeiter kümmerten sich schon um elf Bewohner der stationären Wohngruppe, 25 Tagesstätten-Gäste, zwei betreute Wohngemeinschaften und rund 50 ambulant betreute psychisch Erkrankte. Mit den vier neuen WGs werde das Konzept erweitert. „Alle Mitarbeiter waren von Anfang an dabei und haben tolle Pionierarbeit geleistet“, lobt Weiß sein engagiertes Team. Seit dem Umzug der Tagesstätte vom Königsplatz in die Lessingstraße im November 2014 und der zeitgleich eröffneten Wohngruppe hätten Klienten und Mitarbeiter große Überzeugungsarbeit geleistet, informiert der Leiter über „anfangs viel Kontakt mit der Bevölkerung“. Der Einzugstermin auf die damals bestehende Baustelle habe den Druck verstärkt. Vereinzelt habe es Beschwerden von Geschäftsinhabern und aus der Nachbarschaft über verhaltensauffällige Bewohner gegeben. Gespräche mit allen Beteiligten hätten das gegenseitige Verständnis gestärkt, betont Weiß. „Von den allermeisten Nachbarn sind wir inzwischen akzeptiert.“ Maßgeblich dazu beigetragen hätten beispielsweise Pfarrer i.R. Bernhard Linvers, Johanneskirchen-Pfarrerin Corinna Schauder, Gewo-Chef und Vermieter Alfred Böhmer wie auch Stadtberater Sven Fries. Gute Kontakte zum Judosportverein und zur Quartiersmensa „Q+H“ ermutigten, den Weg zur gelungenen Integration und Inklusion weiterzugehen. Zudem gebe es erste Bekanntschaften zwischen Bewohnern und ihren Nachbarn, sagt Weiß. Der nächste Schritt dahin sei der als Integrationsbetrieb konzipierte Supermarkt, dessen Eröffnung bis zum Jahresende geplant sei. „Das könnte auch ein möglicher Arbeitsplatz für unsere Klientel sein“, sieht Weiß weitere Vorteile. Elf der zwölf Einzelzimmer im ersten Obergeschoss seien belegt, präsentiert der GPZ-Leiter Wohn- und Aufenthaltsräume auf fast 1000 Quadratmeter Fläche. „Jetzt steht die Terrassenmöblierung für beide Etagen an“, sagt er. Bis zum Sommerfest am 10. Juli ab 14 Uhr für Klienten, Mitarbeiter, Interessierte und Nachbarn soll alles fertig sein. (kya)