Wir über uns Geheimnisvolle Buchstaben unter RHEINPFALZ-Artikeln

Speyerer Rundschau: Viele Artikel endet mit kuriosen Buchstabenkombinationen.
Speyerer Rundschau: Viele Artikel endet mit kuriosen Buchstabenkombinationen.

Wie wird eigentlich die Zeitung gemacht? Einmal im Monat berichten Mitglieder der Lokalredaktion Speyer in dieser Rubrik über den Arbeitsalltag, neue Entwicklungen und andere Themen von „hinter den Kulissen“. Heute geht es um die bevorzugten Verkehrsmittel der Speyerer Redakteure.

„PSE ist echt okay!“ Hat ein Freund mal gedichtet und mich mit meinem RHEINPFALZ-Kürzel bezeichnet. Oder habe ich es geträumt? Egal. Das Personal der Redaktion ist jedenfalls auch an seinen Kürzeln zu erkennen. Jede Autorin, jeder Autor hat eins, und wenn ein Artikel nicht mit dem Namen gekennzeichnet ist, dann mit jenen zwei bis vier Kleinbuchstaben. Manche Leserinnen und Leser achten darauf, andere nehmen es gar nicht wahr. Im Team wird natürlich sehr genau darauf geachtet: Wer hat’s geschrieben? „Der PSE“, heißt es dann etwa. Chemielehrer würden darin die Abkürzung für das Periodensystem der Elemente erkennen, die Leute bei der RHEINPFALZ denken eher an mich.

Mit manchen Kollegen ist das Kürzel so sehr verwachsen, dass es auch im Privatleben zum Einsatz kommt. Meinen früheren Kollegen Michael Grohmann bezeichnen viele Speyerer nach seinem Kurzwort als „Mig“. Ein Vokal in der Mitte und damit eine gut auszusprechende Buchstabenkombination erleichtern das.

Zufall im Spiel

Die Kürzel sind meist eher zufällig entstanden, als die jeweiligen Journalisten zum ersten Mal etwas für die RHEINPFALZ geschrieben haben. Dann wurde im Sekretariat die Honorierung geregelt und über die sogenannte Autorenanlage eben auch ein Kürzel vergeben. Im Bestfall hatte die betreffende Person ein Mitspracherecht und es passte zum Namen. Über die Jahre kam jedoch immer häufiger der Fall vor, dass die guten Kombinationen schon vergeben waren. Dann wurde immer mal wieder ein X oder ein Y eingebaut. Kollegin Christine Kraus (krx) hat etwa das X hintendran gehängt bekommen, Anne Lenhardt (xla) ist heute noch etwas unglücklich mit dem vorangestellten Buchstaben.

Bei Nadine Klose (nhe) ist im Kürzel noch der Mädchenname von vor ihrer Hochzeit zu erkennen, einer anderen Kollegin aus Speyer ist es gelungen, ihren Spitznamen aus ihrer oberpfälzischen Heimat ins Kürzel zu „schmuggeln“. Bei über 1000 Autorinnen und Autoren gibt’s da die kuriosesten Geschichten. Kulturredakteur Karl-Georg Berg muss ich jedenfalls mal fragen, ob der frühere russische Geheimdienst seine Finger im Spiel hatte, als es bei seinem nicht das auf der Hand liegende KGB geworden ist, sondern RG.

Dass ich hier von früher erzähle, hat übrigens auch damit zu tun, dass die Kürzel ein wenig an Bedeutung verlieren. Erstens werden gedruckte Artikel heute öfter mit Namen gezeichnet als früher. Zweitens wird im Online-Auftritt rheinpfalz.de aus den Kürzeln ohnehin automatisiert der Klarname „gezogen“, teils sogar mit Porträtfoto.

Zur Person

Patrick Seiler (44) leitet seit 2021 die Lokalredaktion Speyer der RHEINPFALZ. Kontakt: patrick.seiler@rheinpfalz.de

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