Speyer
Geburtenregister: Standesamt wieder häufiger im „Diak“ zu Gast
Das Speyerer „Diak“ ist die größte Geburtsklinik in Rheinland-Pfalz. Das bringt viel Arbeit für das Geburtenregister des Standesamts mit sich, denn jeder neue Erdenbürger wird in der Kommune beurkundet, in der er zur Welt kommt. Wenn es Personalausfälle im Standesamt gibt, bleibt das also nicht unbemerkt: Im Frühjahr hatten Eltern beklagt, dass es wochenlange gedauert habe, bis sie die Geburtsurkunden für ihre Sprösslinge erhielten, ohne die sie unter anderem Sozialleistungen nicht beantragen konnten.
Das soll jetzt besser werden, denn zum einen ist das Team des Geburtenregisters bei der Stadt wieder auf drei Mitarbeiter aufgestockt worden. Zum anderen kann die Außenstelle in der Geburtsklinik ab Oktober wieder zweimal pro Woche öffnen. 2024 war auf einen Öffnungstag reduziert worden. Babys können künftig montags von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr auch in einem Büro im Erdgeschoss des Krankenhauses angemeldet werden.
Freitag neuer Öffnungstag
Der Freitag kommt am 10. Oktober erstmals als Öffnungstag hinzu. 30 bis 40 Geburten pro Woche könnten so pro Woche bearbeitet werden. Die Eltern müssten dafür nicht zum Standesamt in der Großen Himmelsgasse 10 kommen, der städtische Bote nicht alles hin- und herfahren. „Spart Zeit“, betonte Standesbeamtin Julia Slouma, die zusammen mit Ronja Kerner und Jonathan Moore die Aufgaben übernimmt. Eine Anmeldung sei dennoch auch in der Zentrale möglich.
Die Außenstelle in der Paul-Egell-Straße war 2017 eröffnet worden, als sich das Wachstum der Geburtsklinik abzeichnete. Es verläuft seither fast ungebremst: Damals waren 2900 Geburten im Jahr zu verzeichnen, inzwischen sind es mehr als 3800, fast 90 Prozent davon mit Wohnorten außerhalb der Domstadt. „Die 3000er-Marke ist für dieses Jahr schon geknackt“, so Slouma. Der Anmeldung der Babys beim Standesamt vorgeschaltet ist eine in der Patientenverwaltung des Krankenhauses im Zimmer direkt gegenüber. Die Termine könnten über Dienstleister Doctorlib aufeinander abgestimmt gebucht werden, so Mitarbeiterin Rebecca Galvano. Damit die Eltern keine Originalunterlagen vergessen – ein häufiger Grund für Verzögerungen – haben Stadt und Klinik zusammen eine neue Checkliste erarbeitet.
„Aufgaben für Umland“
„Die gute Zusammenarbeit ist wichtig“, betonte die für das Standesamt zuständige Dezernentin Irmgard Münch-Weinmann (Grüne). „Es ist ein Privileg, ein solch geburtenstarkes Krankenhaus zu haben. Auch das gehört zu den Aufgaben, die Speyer für das Umland übernimmt“, so Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD). Diakonissen-Geschäftsführer Jonas Sewing betonte, dass die Spezialisierung auf Mehrlings- und Risikoschwangerschaften und die neue geburtshilfliche Ambulanz Anteile am Erfolg der Geburtsklinik hätten.