Speyer Gassenhauer und Evergreens
Sie wollen kein Nachfolgemodell eines aufgelösten Vereins sein, sondern mit eigenem Profil überzeugen. Dass sie auf einem guten Weg damit sind, haben die Guggemusiker der „Pälzer Scholleklobber“ in ihrer ersten Saison bewiesen. Seit Kurzem stehen sie wieder in den Startlöchern, um sich für weitere Auftritte fit zu machen. 20 Termine sind bereits fixiert.
Mit Optimismus und Elan gehen die Aktiven an ihr Hobby heran. Dass nach wie vor die „Speyerer Brezelkracher“ als Name umhergeistern und die „Pälzer Scholleklobber“ als neuer Verein mit alter Besetzung gesehen werden, mag die Vorsitzende Sandra Berger nicht. „Wir sind ein eigenständiger Verein und das wollen wir auch sein“, verdeutlicht sie. Damit ist das Thema gegessen. Nach vorne schauen wollen die „Scholleklobber“, die ihren Namen dem Berghausener Ortskartellvorsitzenden Helmut Kühner zu verdanken haben, wie Annette Blumenschein berichtet. Die Schriftführerin – früher Vorsitzende der „Brezelkracher“ – widmet sich von Beginn an der öffentlichkeitswirksamen Darstellung der Guggemusik. Ihr Mann Horst ist musikalischer Leiter. „Wir haben mit Liedern, die bei den Leuten schon immer gut liefen, angefangen“, berichtet er. Sweet Caroline, Lady in Black, See you later, Alligator – aus Gassenhauern und Evergreens setzt sich das Repertoire der „Scholleklobber“ zusammen. Das soll auch so bleiben, wirft Blumenschein ein. Dabei hat er bis zur nächsten Saison einiges vor. „Mein Ziel ist, mindestens 50 Prozent der bestehenden Lieder durch neue zu ersetzen“, kündigt er an. Ein bisschen populäre Musik soll hinzukommen. Die Aktiven ziehen mit, wie Berger bestätigt: „Wir freuen uns richtig drauf und sind begeistert dabei.“ Beim Weihnachtsmarkt in Berghausen seien sogar Weihnachtslieder im Guggestil vorgetragen worden. „Das war ungewöhnlich, aber den Leuten hat’s gefallen“, erinnert sich die Vorsitzende. Genau durch diesen Auftritt ist Tobias Zöller (30) mit seiner Freundin dazu gestoßen. „Wir sind danach einfach mal zur Probe gegangen, und ich muss sagen: So herzlich, wie wir hier aufgenommen wurden, habe ich es noch nirgends erlebt“, freut er sich noch heute über den freundlichen Empfang. Früher schon am Schlagzeug aktiv, spielt Zöller selbiges nun bei den Guggen. „Die Musik ist nicht so steif, das Publikum macht mit – das gibt einem richtigen Ansporn“, schwärmt er. David Müller (12) hält auch bereits die Drumsticks in der Hand. Die „Scholleklobber“ hat er bei einer Halloween-Party in Dudenhofen zum ersten Mal gehört und ist gleich auf die Musik abgefahren. Das Mitmachen gefällt also? „Sehr“, sagt David und grinst. Dass Guggemusik ein „Familiensport“ ist, beweist Berger selbst. Sie hat nicht nur ihre Mutter, sondern auch Nichte und Neffe aktiviert. Ashley (10) und André (12) Reuther haben sich gerne von der Leidenschaft anstecken lassen. „Mir hat es gleich gefallen“, versichert Ashley, die Trompete und Pauke spielt. Noch mehr Menschen aus der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen als „Scholleklobber“ gewinnen zu können, ist die große Hoffnung der Verantwortlichen. Derzeit nehmen einige sogar wöchentlich den Weg aus Rodalben oder Annweiler auf sich, um zur Probe ins Schützenhaus Berghausen zu kommen. 37 Musiker zwischen vier und 64 Jahren wirken mit. Bläserstimmen sind noch Mangelware: Trompeten, Posaunen sowie das teure und enorm große Sousafon. Termin Die „Scholleklobber“ laden für Sonntag, 9. April, von 11 bis 16 Uhr zu einer Schnupperprobe in die Schulturnhalle im Ortsteil Berghausen ein. Die Proben finden jeden Montag, 19 Uhr, im Schützenhaus Berghausen statt.