Speyer Gas-Alarm: Politische Kritik nach erneutem Einsatz im Bahnhof

Einsatz im Bahnhofsbereich: Gas aus Kesselwagen beunruhigt.
Einsatz im Bahnhofsbereich: Gas aus Kesselwagen beunruhigt.

Die Vorfälle mit im Speyerer Bahnhofsbereich Gas ausstoßenden Kesselwagen dürften sich nicht wiederholen. Dafür plädiert der Speyerer Landtagsabgeordnete Michael Wagner (CDU).

Wagner fordert nach wiederholten Gefahrstoffeinsätzen am Bahnhof Speyer „endlich wirksame Konsequenzen zum Schutz von Bevölkerung und Einsatzkräften“. Zuletzt war es am Montag zu einem solchen Fall gekommen, es gab aber auch schon weitere Fälle 2026 sowie 2024 und 2022. Wagner sieht „ein strukturelles Problem, das seit Jahren ungelöst ist“. Aus den im Bahnhofsbereich abgestellten Kesselwagen könnten durch Druckanstieg Dämpfe austreten.

„Es kann nicht sein, dass sich solche Einsätze in regelmäßigen Abständen wiederholen und dennoch keine erkennbaren Konsequenzen gezogen werden“, erklärt Wagner. Auch wenn nach Einschätzung der Feuerwehr jeweils keine akute Gefahr für die Bevölkerung bestehe, seien damit eine erhebliche Belastung für die Einsatzkräfte und eine Verunsicherung der Bürger verbunden. Er habe schon mehrfach gefordert, die beladenen Waggons nicht im Bereich eines stark frequentierten Bahnhofs abzustellen.

Wer trägt die Kosten?

„Hinzu kommt, dass durch die wiederholten Einsätze erhebliche Kosten für die öffentliche Hand entstehen, deren vollständige Übernahme durch die Verursacher bislang nicht immer transparent nachvollziehbar ist“, so Wagner. Allein im August 2024 habe die Stadtverwaltung die Kosten für sechs Einsätze auf 3871 Euro beziffert. Im Juli 2022 war von 2800 Euro die Rede gewesen. „Es braucht jetzt endlich wirksame Maßnahmen, damit sich diese Vorfälle nicht weiter wiederholen“, so Wagner, der zu dem Thema auch schon Landtagsanfragen gestellt hatte.

Zum aktuellen Fall rechnet die Stadt auf Anfrage mit Einsatzkosten von 2000 Euro, die aber noch genau zusammengestellt werden müssten. „Ein Kostenbescheid kann grundsätzlich gegenüber dem Transporteur erlassen werden“, betont eine Sprecherin. Sie hat auch Gespräche mit der Bahn über die wiederholten Einsätze angekündigt. Auf die leichte Schulter darf Gasgeruch laut Feuerwehr nicht genommen werden: „Grundsätzlich gilt: Sollte ein entsprechender Geruch auftreten, wird empfohlen, sich nicht längere Zeit in unmittelbarer Nähe aufzuhalten sowie offenes Feuer und Rauchen zu vermeiden. Bei Unsicherheiten kann jederzeit der Notruf 112 verständigt werden.“

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