Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Gardetanz: Saison des TSC läuft gut an

Ungewohnter Untergrund: Katrin Lahov.
Ungewohnter Untergrund: Katrin Lahov.

Ehrgeizige Ziele hatten sich die Aktiven des Speyerer TSC 1990 vor Beginn der neuen Turniersaison gesetzt. Wie gerechtfertigt die waren, zeigt sich in der Zwischenbilanz. Bestwertungen und Treppchenplätze sorgen für Motivation.

Eineinhalb Jahre ohne festes Training in der Halle – sich selbst im Vergleich zu anderen einzuschätzen, fiel den Mädchen und jungen Frauen nicht ganz leicht. Sie haben es ebenso hingekriegt wie ihre sauberen Präsentationen bei Turnieren, die in der Ausrichtung dem jeweiligen Infektionsgeschehen angepasst abliefen.

Katrin Lahov (16) setzte schon beim ersten Turnier in Hofheim im November Maßstäbe. 285 Punkte betrug die Wertung der Solistin in ihrem ersten Jahr in der Hauptklasse Gruppe I. Damit stand sie an der Spitze der Treppe. Dem nicht genug, legte Lahov beim zweiten Turnier im Dezember in Taufkirchen bei München nach.

Die Jüngste

Der nächste erste Platz bei einer Veranstaltung ohne Zuschauer bedeutete die Spitzenposition auf der Rangliste – ein toller Erfolg für die Domstädterin, der ein Jahr in der Jugendklasse durch Corona fehlt. „Sie ist jetzt die Jüngste in ihrer Altersklasse und tritt gegen Mädels an, die 22 oder 23 Jahre sind“, verdeutlicht Trainerin Christin Rettinger.

Genau die treibt Lahov an, will sie doch zeigen, dass sie bei den Großen ebenso ihre Frau steht wie in der Jugend. „Sie ist gut durchtrainiert, hat an neuen Elementen gearbeitet“, sagt Rettinger der RHEINPFALZ. Fehlerfrei und mit einer beachtenswerten Leichtigkeit sei Lahov aufgetreten.

Letztes Jahr

Vanessa Kwiatkowska (15) meistert gerade das letzte Jahr in der Jugendklasse, legte ihre Messlatte in Hofheim ebenfalls weit oben an. 279 Zählervergaben die Wertungsrichter. „Der zweite Platz lag über 20 Punkte dahinter“, stellt Rettinger gegenüber. „Vanessa war sehr fleißig, hat auch zuhause viele Workouts gemacht“, betont die Trainerin.

Ihre große Stärke, Kraft, Ausdauer und Power, habe Kwiatkowska dadurch erhalten. Von der Erfahrung der beiden Solistinnen profitieren Sophia Keil und Franziska Hoffmann, beide zehn Jahre alt. Der Solo-Nachwuchs zeigte sich bereits von seiner besten Seite. Geduldig blieb das Duo in der Corona-Pandemie außerdem.

Wartezeit endet

Dann zeigten sie endlich ihre ersten Gardetänze im Schüler-Solo Marsch. Entsprechend nervös traten sie zum ersten Wettkampf in Hofheim an. Beide erreichten ihr Ziel und erklommen das Treppchen: Keil nahm in der Schülerklasse Gruppe I mit 243 Punkte Rang zwei ein, Hoffmann mit 244 den dritten in der Schülergruppe II.

„Sophias Stärke ist, dass sie sehr viel Sprungkraft hat und tolle Schwierigkeiten tanzen kann. Bei Franziska ist es die Dehnung und die tolle Haltung“, erklärt Rettinger: „Wir sind sehr stolz, solche Nachwuchssolistinnen zu haben.“ Massiv an Haltung, Synchronität und am Taktgefühl arbeiteten sie bis zum Turnier in Taufkirchen, das sie als Fünfte sowie Vierte beendeten.

Ziel Aufstieg

Fleißig trainieren nun alle für das nächste Turnier, geplant in Frankfurt in zwei Wochen. Dann gehen auch die Mini Starlights in der Schülerklasse Marsch an den Start. Neben dem zweimaligen Training pro Woche festigten sie ihre Choreografie und die Gruppendynamik bei einem Trainingswochenende im November.

Konkret wollen die elf Tänzerinnen eines, so Rettinger: „Die 260 Punkte knacken und damit den Aufstieg von der Zweiten in die Erste Bundesliga schaffen.“ Dafür gibt’s enormes Krafttraining, um die Battements höher zu bekommen und die Ausführung als solche zu steigern.

19 Kinder

Noch ein wenig Schonfrist genießen die Jüngsten des STSC, die Sweet Starlights, die sich erst im vergangenen Frühjahr gründeten und die Krise bislang überstanden. Mehr noch: Sie verzeichneten sogar gewaltigen Zuwachs von anfangs acht auf nunmehr 19 Kinder zwischen fünf und acht Jahren.

Damit ist die Kapazität sowohl hinsichtlich der vier Trainerinnen als auch der Halle ausgeschöpft, so Rettinger. Begeistert spricht sie von der neuen Aufbaugruppe, die im Herbst erstmals bei einem Turnier antreten will. Wie bei allen Wettkämpfen hofft Rettinger auf Publikum im Saal.

„Es gibt einfach mehr Motivation und ein anderes Feeling, wenn die Aktiven Applaus bekommen“, weiß sie aus eigener Erfahrung als ehemalige Gardetänzerin.

Grazil: Vanessa Kwiatkowska.
Grazil: Vanessa Kwiatkowska.
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