Speyer Gärten sollen grün sein

Im Garten entdeckt: Mauereidechse.
Im Garten entdeckt: Mauereidechse.

Die Beigeordnete Stefanie Seiler (SPD) und Nachhaltigkeitsmanagerin Sandra Gehrlein haben gestern im Rathaus die Broschüre „Naturnahes Gärtnern“ vorgestellt. Der 32-seitige Ideengeber soll Bürger zur umweltfreundlichen Gestaltung ihrer Grundstücke anregen. Erstellt hat ihn Student Philipp Straßer während seines Drei-Monats-Praktikums bei der Stadtverwaltung.

Auf dem Tisch in Seilers Dienstzimmer stand eine blaue Glockenblume im Topf als Zeichen für den kommenden Frühling, wie die Umweltdezernentin erklärte. „Die Wildbienen fliegen schon“, stellte sie fest – allerdings in der Summe viel weniger als noch vor einigen Jahren. Der Rückgang der Insekten und der Trend, Gärten mit Steinen zuzuschütten, habe Seiler die Initiative zur Neuauflage des Ratgebers ergreifen lassen. „1996 gab es schon mal eine Broschüre zu dem Thema“, sagte sie. Eine naturnahe Garten-Gestaltung schaffe nicht nur einen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere wie etwa Wildbienen und Vögel, sondern sie leiste auch einen Beitrag zu einem gesundheitsverträglichen Stadtklima, unterstrich die Beigeordnete. Philipp Straßer, Bachelor-Student des Studiengangs Klimaschutz und Klimaanpassung an der TH Bingen, hob den abkühlenden Effekt von Pflanzen durch die Verdunstung von Wasser über deren Blätter hervor. „Mit ein paar Kenntnissen ist es nicht schwer, einen naturnahen Garten anzulegen, der wenig Arbeitsaufwand macht und nicht teuer ist“, meinte er. Seiler wies auf die sinnlichen Genüsse hin, die mit dem Anbau von Obst und Gemüse verbunden seien. „Frisch geerntete Früchte schmecken einfach am besten – nicht nur Kindern“, sagte sie. Auch natürlich bewirtschaftete Nutzgärten leisteten einen Beitrag zum Umweltschutz, etwa durch Einsparung von Transportwegen und Verpackungen. Daneben ließen sie Raum für Tiere. „2017 haben wir, nach sechs Jahren, die erste Eidechse an unserer Trockenmauer entdeckt“, nannte Seiler ein Beispiel aus ihrem eigenen Garten. Gehrlein betonte, dass auch geeignete Pflanzen in Kästen oder Töpfen auf Terrassen oder Balkonen wertvoll für Wildbienen und Co. seien. Die Broschüre erscheine begleitend zum Programm der „Bienen-Initiative Speyer“ und zum Beitritt der Stadt zum Bündnis „Kommunen für Biologische Vielfalt“. Im netz Die kostenlose Broschüre gibt es online unter www.speyer.de/bienen.

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