Speyer
Fußball: VfR Speyer vor 70 Jahren gegründet
Der Verein für Rasenspiele fusionierte 2009 mit dem FV Speyer, woraus der FC 09 Speyer entstand, dem 2013 Schwarz-Weiß Speyer beitrat. Der 1950 gegründete und 1951 um eine Tischtennis-Abteilung angereicherte VfR ging aus dem DJK (Deutsche Jugend-Kraft) hervor und kickte zeitweise auf dem Festplatz sowie im Rheinstadion.
Zitat aus der Festschrift aus dem Jahr 2000, als die Rasenspieler ihr 50-Jähriges feierten: „1952 gelang es nach langen Verhandlungen, den alten DJK-Platz hinter der Jugendherberge von der französischen Besatzungsmacht frei zu bekommen. Am 20. Juni 1953 wird dieser einst von Bombentrichtern übersäte Platz feierlich eingeweiht“.
Musikalische Begleitung
Der neu gegründete VfR-Spielmannszug umrahmte die Feier. Doch bereits 1954 wich dieser VfR-Platz dem Neubau des Freibades, auf dessen Gelände am 4. August 2007 das Bademaxx eröffnete. 1956 wies die Stadt dem VfR nach langen Verhandlungen ein Gelände am Nonnenbach zu.
Aus der erwähnten Festschrift: „Im Januar 1957 spülte das Hochwasser die zum Sportheim ausgebaute Schulbaracke in den Hasenpfuhl.“ 1958 erfolgte die Fertigstellung des neuen Vereinsheims am Nonnenbach. „Den Großteil der Arbeiten erledigten die Mitglieder in Eigenleistung“, heißt es weiter.
Eine Freundschaft
Und: „1959 wird eine Fußball-Freundschaft mit der französischen Partnerstadt Chartres begründet. 1963 ist der Rasenplatz endlich fertig. Der VfR nimmt erstmals den Spielbetrieb am Nonnenbach auf.“ Ein neuer Rasen entsteht 1979. 1980 feiert der VfR bei seinem 30-Jahr-Jubiläum ein Weinfest. Doch 1984 steckt in einer Finanzkrise.
Es fehlen 40.000 Mark: „Eine neue Vorstandschaft zieht den Karren aus dem Dreck“, heißt es in der Jubiläumsschrift. 1997 zog der VfR auf die Bezirkssportanlage an der Raiffeisenstraße um. Als Institution im Nachwuchsbereich des VfR galt der ewige Jugendcoach Hans Südel.
Er kam 1962 mit neun anderen Spielern vom Roßsprung (alte Heimat des FV Speyer) an den Nonnenbach. Der nach Altlußheim umgezogene Speyerer trainierte von 1963 bis 1986 Nachwuchsmannschaften der Rasenspieler. Als letzter Trainer der ersten Auswahl fungierte Manfred Schmitt.
Aushängeschilder
Die bekanntesten Coaches und Spieler neben ihm hießen Rudi Bast, Reinhold Schmitt, Matthäus Jäger, Fritz Braun, Hermann Gehring, Richard Kleiß, Erich Fahrnbach und Poldi Winkler.
Bekannte Mannschaften begegneten der ersten Rasenspieler-Mannschaft in Freundschaftspartien: FC Wangen/Schweiz, Mainz 05, Karlsruher SC (mit Thomas Häßler, Winfried Schäfer), die Uwe-Seeler-Traditionself.
Über 1000
In der mit Bundesliga-Spielern verstärkten Nachwuchsrunde trafen sich auf dem Gelände 1. FC Kaiserslautern (mit Hellström, Funkel, Roos, Melzer, Neues) und Jugendmeister SV Waldhof.
Weit über 1000 Zuschauer zog auch 1968 ein Brezelfest-Prominentenspiel Stadtrat gegen Presse an, bei dem Ottmar Walter und Minister Vogel gemeinsam den Anstoß ausführten, und 1970 ein Match mit Toni Turek, Georg Gölter, Heinrich Geißler, Christian Roßkopf gegen den Münchner FC Schmiere von der Lach-und-Schieß-Gesellschaft. Den Anstoß machte Bundestrainer Sepp Herberger.
Vorsitzende
1950 - 1951 Wolfgang Scherpf, 1951 - 1958 Stefan Scherpf, 1958 - 1961 Walter Selb, 1961 - 1962 E. Muschiol, 1962 - 1965 Armin Schmitt, 1965 - 1967 Alois Klumb, 1967 - 1969 H. Roßhirt, 1969 Rudolf Wingerter, Karl Wittmer, 1969 - 1970 Josef Wittmer, 1971 - 1973 Werner Scheid, 1973 - 1976 Josef Wittmer, 1976 - 1980 Gerhard Briegel, 1980 - 1984 Franz Handermann, 1984 - 1985 Horst Zipperer, 1985 - 1993 Heinz Dindorf, 1993 - 1999 Peter Spieß, 1999 - 2009 Thomas Ulses