Speyer
Fußball: So pflegen die Vereine in und um Speyer ihren Rasenplatz
Eine Frage, die sich bei vielen Diskussionen um den Fußball stellt, ist die des Platzes. Wo spielen die Akteure lieber? Auf dem traditionellen Rasen, oder soll es ein moderner Kunstrasen sein? Die RHEINPFALZ hat sich in der Umgebung umgehört und sprach mit Vereinsverantwortlichen über die Pflege der Naturrasenplätze im Jahresverlauf.
Siegfried Dietrich, Vorsitzender des FV Heiligenstein, muss zwei Rasenplätze beim FVH verantworten. Hierfür ist ein Platzwart zuständig, der vom Verein bezahlt wird. Im März werde der Platz zum ersten Mal im neuen Jahr gemäht – spätestens. Die letzte Düngung des Grüns wird im Oktober vorgenommen. „Die Plätze sind sehr pflegeintensiv. Zwei- bis dreimal die Woche muss Zeit investiert werden. Pro Jahr wird das Grün zweimal gedüngt. Eine Herausforderung stellt auch das Wasser da“, erklärt Dietrich: „Hier muss man aufpassen. Es gilt, nicht so viel, aber auch nicht zu wenig.“
Nachbarverein FV Berghausen regelt die Rasenpflege personell anders. Vier Leute kümmern sich ehrenamtlich um den Platz und vor allem die komplette Anlage außenrum. „Die Fläche abseits des Platzes bringt genauso viel Arbeit mit sich wie der Platz an sich“, teilt FVB-Vorsitzender Andreas Zimpelmann mit.
Rentner gehen voran
Das Rentner-Team geht meist vor den Heimspielen an den Start und erledigt die Pflege. Mitte März gab es die Frühjahrsdüngung. Zimpelmann fasst zusammen: „Es ist viel und regelmäßig etwas zu machen.“
Anders als beim ASV Speyer, mähen sie in Berghausen mit normalen Rasenmähern, nicht mit Robotern. Zwei Stück gibt es davon beim ASV, teilt Vorsitzender Maik Bergdolt mit. Für die zwei Rasenplätze gebe es einfach zu wenige Leute, die ihre Zeit opfern könnten.
Deshalb fiel die Wahl auf die Roboter. Diese fahren, wenn möglich, 24 Stunden über die Plätze. Die letzte Fahrt des Jahres ist meist im November. „Es war eine sehr gute Anschaffung. Die Roboter sparen Zeit und Benzin“, erklärt Bergdolt. Trotzdem wolle er den Kreis von freiwilligen Helfern erweitern, um die große Fläche beim ASV sauber zu halten.
20 Jahre im Dienst
Beim TuS Mechtersheim hat sich Norbert Gast lange Jahre um die Belange der Plätze gekümmert. 20 Jahre mit einer Unterbrechung war er verantwortlich und kennt sich daher bestens aus.
Grundsätzlich sei erst mal zu unterscheiden, dass die Oberliga-Mannschaft den Platz mehr strapaziert als das A-Klasse-Team. Ist das Geläuf gefroren, darf nicht trainiert werden.
Düngen und Wässern sind die beiden Hauptaufgaben, die zu erledigen seien. Jeden dritten Tag sollte man letzteres tun, sagt Gast. Gedüngt wird dreimal: Ende März, nach Rundenschluss sowie die Langzeitdüngung.
Siedler Vorreiter
Der Wochenaufwand, den er absolviere, liege bei knapp vier Stunden, immer donnerstags oder freitags vor den Spieltagen. Finanziell schwerwiegend sei vor allem das Lochen und Sanden der Plätze. Hier müssten bis zu 8000 Euro investiert werden.
Gearbeitet hat Gast ebenfalls mit Spindelmähern. Der ASV Speyer aus der Siedlung ist also noch Vorreiter in Sachen Roboter auf Fußballplätzen. Es könnte aber eine Option für die Zukunft sein.