Dudenhofen / Wiesbaden
Fußball: Perfekter Einstand für Jung-Nationalspielerin Jule Brand
Jule Brand (18) aus Dudenhofen absolvierte am Samstag in Wiesbaden beim 5:2 (1:0)-Sieg der deutschen Frauennationalmannschaft gegen Australien ihr erstes Länderspiel. Dass sie direkt nach ihrer Einwechslung ein Tor sowie eine Vorlage beisteuerte, kann sie noch immer schwer in Worte fassen.
Nicht nur Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sprach mit Brand vor ihrer Einwechslung in Minute 59. Auch die zweimalige Fußballerin des Jahres, Alexandra Popp, die im Spiel gegen Australien noch pausiert hatte, schnappte sich die 18-Jährige kurz vor ihrem Auftritt. „Sie hat mir Mut zugeredet. Das hilft natürlich sehr“, erzählt Brand vor dem Spiel gegen Norwegen. Auch Voss-Tecklenburg gab ihr eine Portion Mut mit auf den Weg: „Ich sollte mutig sein, spielen wie immer und mir etwas zutrauen. Einfach nicht so viele Gedanken machen“, erinnert sich die Akteurin der TSG Hoffenheim.
Viele Anrufe
Das hat funktioniert. Zwei Minuten nach ihrer Einwechslung erzielte Brand das 3:0 und bereitete einen weiteren Treffer vor. „Damit hätte ich niemals gerechnet“, sagt sie immer noch verblüfft. Schon alleine mit der Nominierung sei ein Traum für die ehemalige Spielerin vom JFV Ganerb und des FC Speyer 09 wahr geworden.
„Es ist unglaublich, mit wem man hier zusammenspielt“, sagt sie und verweist auf Erfahrungen bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und in der Champions League. Sogar die Fußballzeitschrift Kicker hob die Leistung der aus Dudenhofen stammenden Akteurin in der Überschrift hervor. „Ich habe so viele Nachrichten bekommen. Es ist schön zu sehen, wie alle ausgerastet sind. Das Handy hat viel gebimmelt“, erzählt Brand.
Wenig Schlaf
Mit einer Nominierung habe sie nicht gerechnet, auch wenn sie auf Abruf gestanden habe. Auf dem Handy habe Brand gerade einen Film geschaut, als eine Nummer auf dem Display aufgeleuchtet sei und den Film unterbrochen habe: „Ich habe den ersten Anruf sogar verpasst, bin dann aber direkt beim zweiten Mal drangegangen.“ Auf der anderen Seite der Leitung meldete sich Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg persönlich. „Ich bin rot geworden. Mein Herz hat angefangen schnell zu schlagen“, erinnert sich Brand . Ganz so viel geschlafen habe sie in der Nacht darauf nicht, gibt sie zu. Zuerst habe sie ihren Eltern und den Geschwistern sowie der Familie davon berichtet.
Dass mit solchen Auftritten zukünftige Nominierungen sicher nicht ausgeschlossen sind, lässt sich vermuten. Brand konzentriert sich aber voll und ganz auf die anstehenden Aufgaben und genießt ihren ersten Lehrgang mit den besten deutschen Fußballerinnen.
Auch gegen Norwegen überzeugte Brand am Dienstagnachmittag. Eingewechselt nach der Halbzeit bereitete sie das 3:1 vor: Nach einem beherzten Diagonallauf passte sie perfekt auf Paulina Krumbiegel, die trocken vollendete (62.). Eine Hoffenheimer Koproduktion und der dritte Scorerpunkt Brands im zweiten Spiel. „Sie war sofort auf dem Platz“, setzte es hernach Lob von der erfahrenen Nationalspielerin Sara Däbritz, die für Paris St. Germain aufläuft. Ein perfekter Einstand.