RÖMERBERG
Fußball: Mechtersheim 3:3 in Eppelborn
Im Saarland wird demnächst gewählt. Das merkt man daran, dass Politiker ausschwärmen, um sich sehen zu lassen. Weil es im kleinen Bundesland an großen Bühnen mangelt, suchen die um Stimmen Buhlenden gern Fußballplätze auf. Jüngst hat sich SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger im Saarbrücker Ludwigspark ausbuhen lassen. In Eppelborn hat ein noch bekannterer Genosse ein wenig Wahlkampf betrieben: Peter Müller.
Starkes Debüt
Und so kann denn der Mechtersheimer Akteur Emil Gaub erzählen, dass ihm bei seinem Oberliga-Debüt nebst über 300 Zuschauern auch ein honoriger Richter des Bundesverfassungsgerichts und einstiger Ministerpräsident beim Kicken zugeschaut hat. Müller sah eine holprige Annahme Gaubs in früher Phase, dann aber eine starke Vorstellung des Debütanten.
„Er hat seine Sache echt gut gemacht“, lobte Teammanager Heiko Magin den 20-Jährigen nach spannenden und zuschauerfreundlichen 90 Minuten. „Die erzählen uns, sie hätten eine junge Mannschaft stehen. Was sollen wir da sagen“, merkte Dieter Demmerle an, dass beileibe nicht nur Gaub ins kalte Wasser geworfen, sondern neben ihm auch weitere Hoffnungsträger von morgen gefordert waren. „Genau wollten wir das ja“, betonte der zweite TuS-Vorsitzende nicht ohne Genugtuung.
So gewollt
Auch wenn Kapitän Florian Simon und Sturmtank Aleks Biedermann weg sind, kann der TuS zuversichtlich in die Aufstiegsrunde starten. „Wir haben uns ja noch mal verstärkt“, sagte Magin. Stark, was Linksverteidiger Ünal Altintas in seiner zweiten Partie im Römerberger Trikot zeigte – nicht nur in der Szene, als er die Kugel nach einem Eckball vom starken Geri Hasa per Kopf unter die Latte rammte.
„Das ist okay. Aber ich hätte schon lieber gewonnen“, sagte TuS-Coach Ralf Gimmy. In der zehnten Minute kalt erwischt, hätte seine Truppe „früher ausgleichen können – na ja, müssen“. Dass dem Ausgleich kurz vor der Pause die Führung zehn Minuten nach Wiederanpfiff folgte – schön, auch des Kunstschusses von Mert Özkaya wegen, der den Keeper mit einem Himmelslupfer aus fast 40 Metern überwand. Özkaya trübte dies mit einem Harakiri-Pass, aber sei’s drum. Gelegenheiten zur neuerlichen Führung gab es nach dem 3:3 – auch weil die Gastgeber nach einer schweren Verletzung eines Akteurs und zehnminütiger Pause etwas neben der Spur liefen. Was sie nicht daran hinderte, eine Unachtsamkeit fast zum 4:3 zu nutzen, als Zweifach-Torschütze Marcel Ecker freistehend knapp übers Tor köpfte.
„Schade, dass der FCK II nicht dabei ist“, schaut Gimmy voraus. Aber: Egal was da drohen mag mit Karbach oder Waldalgesheim – die nächste Oberliga-Saison ist sicher. Das zählt – zumal Gaub und all die anderen jungen Wilden zu Optimismus Anlass geben.