Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Ganerbs neue Lockdown-Strategie

Mit gutem Gefühl in die Zwangspause: Ganerbs B-Junioren (schwarz), hier gegen FC Speyer 09.
Mit gutem Gefühl in die Zwangspause: Ganerbs B-Junioren (schwarz), hier gegen FC Speyer 09.

Während beim JFV Ganerb schon eine Personalie für die nächste Saison feststeht (Nico Henrich, aktuell Trainer der B- und C-Jugendlichen, übernimmt die Unter-19-Jährigen in der Verbandsliga) , gilt es zunächst, die unterbrochene Saison so sinnvoll und effektiv wie möglich zu Ende zu bringen – ein Gespräch über die Ideen eines 19-Jährigen, sich auch der Situation angepasst weiterzuentwickeln.

Auf dem Platz lief es in beiden Jugenden, die ebenfalls in der Verbandsliga antreten, mehr als ordentlich. Während die B-Junioren mit 13 Punkten aus sieben Spielen auf Platz fünf stehen und sich mit einem 4:0 gegen Wormatia Worms II in die Pause verabschiedeten, sind die C-Jugendlichen gar noch ohne Verlustpunkte auf Platz zwei hinter dem 1. FSV Mainz 05.

Umso mehr regiert das Gefühl, dass die Pause zu einer sportlich sehr ungelegenen Zeit kam: „Es ist gerade für die Jungs sehr schade, dass sie nicht weiterspielen durften“, sagt Henrich: „Für Spieler des JFV ist die Verbandsliga etwas sehr Besonderes.“

Mehr Kontakt

„Wenn dann am Ende des Jahres nur die Hinrunde absolviert ist, tut mir das angesichts der Leidenschaft und Freude, die die Spieler an den Tag legen, einfach leid“, meint der Coach. Dennoch ist auch Henrich bewusst, dass eine weitere Zwangspause schon vor Saisonbeginn im Bereich des Möglichen lag.

Der 19-Jährige: „Allen, die im Tagesgeschäft Amateurfußball unterwegs waren und sind, war dies bewusst. Wir haben natürlich angesichts unserer Tabellensituationen nichts gegen die Wertung der Hinrunde, wenn aufgrund von Corona einfach nicht mehr realistisch durchsetzbar ist.“

Henrich selbst nahm sich für den zweiten Lockdown eine deutliche Änderung gegenüber der Pause im März vor: „Ich habe im Nachhinein festgestellt, dass ich im März zu wenig Kontakt mit den eigenen Spielern hatte und wollte dies deutlich intensivieren.“

Einzelgespräche

Er sei überzeugt davon, dass die Einzelgespräche eine persönliche Weiterentwicklung auf beiden Seiten erzeugen können, wenn sie sich ehrlich begegneten und jeweilige Stärken sowie Schwächen besprechen können.

Der JFV-Trainer gab dabei den Spielern die Möglichkeit, Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen und ließ sie zudem eigene Profile erstellen, um im Abgleich mit seinen Einschätzungen die Selbsteinschätzung der Jungs zu testen.

„Ich habe das mit meinem Co-Trainer bewusst ohne Eltern gemacht, um so den Spielern mehr Freiraum zu geben“, erklärte der Harthäuser: „Gerade in dem Alter haben wir sehr viele verschiedene Charaktere, die mehr oder weniger bereit sind, etwas preiszugeben.“

Vertrauensperson

Er möchte einfach als Vertrauensperson fungieren und damit eine menschliche Basis in dieser schwierigen Zeit aufrechterhalten. Die Idee, dass diese persönliche Weiterentwicklung aller Beteiligten sich auf dem Platz zeigt, ist durchaus interessant und zeugt von großer Anpassungsfähigkeit.

Rein physisch sorgen dabei U17-Co-Trainer Max Knauer und Torwartbetreuer der U19 Oliver Eckel mit Zoomeinheiten für die A- bis D-Jugend für die nötige Frische. Was es nun noch braucht, ist die Erlaubnis, den Spielbetrieb fortzusetzen.

x