Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: FV Berghausen Spitzenreiter in der Corona-Hilfe

Anpacker: Andreas Ruhnke verfrachtet Limonade und Milch.
Anpacker: Andreas Ruhnke verfrachtet Limonade und Milch.

Das Auto der fünfköpfigen syrischen Familie aus Römerberg ist kaputt. Die Corona-Hilfsaktion des Fußballvereins Berghausen kriegt Wind davon und schaltet sein Netzwerk ein. Das Ergebnis: Das Autohaus Tabbouch (Speyer) springt ein, transportiert das Fahrzeug, tauscht den Motor aus. „Kostenpunkt null“, sagt Andreas Ruhnke (50), Initiator der Aktion.

Der Versuch der Berghäuser, den nicht medizinischen Folgen der Coronavirus-Pandemie entgegenzuwirken, „läuft sehr gut“, teilte Ruhnke mit. 16mal griffen er und die seit Sonntag insgesamt 57 Helfer aus seinem Verein bis Montagmorgen bisher ein, sagte der ehemalige Fußballspieler und Frauentrainer, „leider bis jetzt niemand vom FV Heiligenstein, TuS Mechtersheim und der JSG Römerberg“.

Auch Mitglieder und Fans dieser Vereine waren in dem entsprechenden Inserat im Amtsblatt der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen zweimal angesprochen worden. Ruhnke in der Anzeige: „Außergewöhnliche Situation – außergewöhnliche Aktion. Der FV Berghausen regiert auf Corona. Wir helfen, wir unterstützen, wird finden Lösungen (Einkäufe. Behördengänge, Betreuungen). Diese Aktion ist auch für Nichtmitglieder.“

„Wir haben aber auch so unglaublich viele Leute und Potenzial“, erzählte der 50-Jährige. Auch über Facebook, Mund-zu-Mund-Propaganda, 200 Buttons mit Motto und Vereinsname sowie Flyern in den Supermärkten, die sehr entgegenkommend reagierten, mache der FVB auf seine Aktion aufmerksam.

Einsätze querbeet

Querbeet werde der FVB für die Bedürftigen, auch in den Römerberger Ortsteilen Heiligenstein und Mechtersheim, aktiv. Ruhnke: „Wir besorgen Getränke, Lebensmittel, auch mal eine Fernsehzeitschrift. Wir verfügen über ein riesiges Netzwerk vom Firmeninhaber über Ärzte bis zu Ingenieuren. Wir können steuerliche und arbeitsrechtliche Fragen beantworten, auch zu Kurzarbeit.“

In diesen Verbindungen sieht er auch begründet, dass seine Idee in den Orten im Gegensatz zu Otterstadt oder Schwegenheim (wir berichteten) so gut ankommt. Stammkunden habe er auch angesichts der Kürze der Dauer des Angebots noch nicht.

Betreuung, beispielsweise für Kinder, böten die Helfer ebenfalls an, auch wenn sie darauf bislang noch nicht angesprochen worden seien. Für die Bedürftigen entstünden keinerlei Unkosten. Benzingeld beispielsweise werde nicht zuletzt über die Aktion „FVB hilft“ aufgefangen.

Klopapier-Suche

„Es ist aber noch nicht so, dass wir für uns Urlaub nehmen müssten“, berichtete der Fußballer, der außerhalb seiner Arbeitszeit in Speyer und Römerberg einkauft, sich aber der Unterstützung seines Speyerer Brötchengebers Loeser, Hersteller von Schleifmaschinen, gewiss ist.

Nur bei einem Tipp für die RHEINPFALZ-Leser, wo es denn am ehesten Klopapier gibt, da stoßen selbst die selbstlosen Berghäuser an ihre Grenzen. „Keine Ahnung, am Wochenende gab es plötzlich wieder welches“, informierte Ruhnke: „Man muss Glück haben. Ältere brauchen halt irgendwann Klopapier. Ich kapiere es nicht.“

Langfristige Hilfe

Der Römerberger erwähnt ein Beispiel eines Markts in Hockenheim. Da gebe es das kostbare Gut nicht mehr in den Regalen, sondern nur noch vorne an der Kasse: „So entstehen erst gar keine Diskussionen mit dem Sicherheitspersonal, wenn jemand fünf Packungen kauft und vier wieder zurücktragen soll.“ Gut findet er auch die Idee, wenn in Läden die Kunden zu den einzelnen Bezahlstellen geleitet würden, um zu langes Warten zu vermeiden.

Der FVB will sein Angebot in der Zeit nach Corona beibehalten. Der Kicker: „Für uns alle ist das jetzt eine historische Gelegenheit, innerhalb der Gemeinde für einen engeren Zusammenhalt zu sorgen.“ Ruhnke denkt schon an eine feste Abteilung unter dem Dach des FVB.

Kontakt

Der FV Berghausen nimmt unter der E-Mail-Adresse FVB.HILFT@gmail.com oder telefonisch bei Andreas Ruhnke (0163 6314860) Anfragen entgegen.
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