Speyer
Fußball: Dudenhofenerin Jennifer Schlee im Porträt
Jennifer Schlee, ein Dudenhofener Mädel, ist einst ausgezogen, um die große Fußballwelt zu erobern. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ redete die heute 24-Jährige über ihre Karriere und Erlebnisse bei unterschiedlichen Vereinen. Heute in Köln wohnhaft, läuft sie derzeit nach mehreren Stationen für den Regionalligisten Spoho 98 Köln auf.
Begonnen hat alles im zarten Alter von fünf Jahren bei den Bambini des FV Dudenhofen. Daneben fand sie zunächst auch beim TC im Dorf Gefallen am Tennissport und galt als hoffnungsvolles Nachwuchstalent.
Als junges Mädchen gewann Schlee die Vizepfalzmeisterschaft und mehrere Clubtitel. Letztlich entschied sie sich für Fußball, um sich nicht zu verzetteln und sich voll und ganz auf den Sport mit der größeren Kugel zu konzentrieren.
„Gereizt hat mich vor allem der Mannschaftssport, was der Hauptgrund für meine Entscheidung gewesen ist“, erklärte die Sportlerin. Dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hat, beweisen ihre Erfolge und vor allem auch die acht Länderspiele, die sie für Deutschlands Nationalmannschaften der Unter-16- und -17-Jährigen bestritt.
Nichts bereut
Bereut habe sie ihren Schritt zu keinem Zeitpunkt: „Ich hatte viele wunderbare Erlebnisse, lernte viele nette Menschen und auch fremde Länder kennen. So kann es noch ein paar Jahre weitergehen.“
Als 14-Jährige sagte Schlee ihrem Heimatverein Adieu und schloss sich der TSG Hoffenheim an, der um die Auswahlspielerin warb und bessere Entwicklungsmöglichkeiten bot. Nach zwei Jahren im Nachwuchsbereich rückte sie mit 16 in den Zweitbundesliga-Kader auf und schaffte mit diesem Team den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse.
„Neben den Länderspielen war dies mit das schönste Erlebnis und der größte sportliche Erfolg“, teilte Schlee mit. Anschließend, im Jahr 2013, kam der Ruf zum des damaligen Zweitligisten FFC Niederkirchen.
Sand passt
Nach zwei Jahren wechselte sie in den südbadischen Raum zum Bundesligisten SC Sand. „Das hat prima gepasst, nachdem ich in Offenburg mein Studium Medizintechnik aufgenommen hatte“, berichtet die Dudenhofenerin.
Dort habe sie eine schöne und erfolgreiche Zeit erlebt, sei von der Regionalliga in die Zweite Bundesliga aufgestiegen und habe zudem den Sprung in den ersten Kader (1. Bundesliga) geschafft.
„Der SC sagt danke und auf Wiedersehen. Jenny Schlee rückte Anfang der Saison vom Zweitligakader in die Bundesligamannschaft. Sie wird sich ab Sommer einer neuen beruflichen Herausforderung stellen“, verkündete der SC Sand im Mai 2019 auf seiner Homepage, nachdem sich die torgefährliche Angreiferin für den Regionalligisten Vorwärts Spoho (Sporthochschule) 98 Köln entschied.
Kontaktpflege
Für sie als wissenschaftliche Assistentin beim Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen in Bonn bot sich der neue Verein an. Den Kontakt zu ihrem Heimatort hat Schlee nie abreißen lassen: „Schließlich leben meine Eltern und Bruder Kevin noch da. Zudem habe ich viele Freunde, mit denen ich mich immer wieder gerne treffe.“
Neben ihrem geliebten Fußballsport betreibt Schlee als Hobby Kickboxen – „um mich fit zu halten“, wie sie sagt. Schließlich sei es ihr Ziel, noch einige Jahre mit viel Spaß Fußball zu spielen, und dazu gehöre eben eine gute Fitness, um letztlich auch erfolgreich zu sein. Als Neueinsteigerin möchte sie aber zunächst vorrangig in der Arbeitswelt ankommen. Denn vom Fußball allein lasse sich nicht leben: „Es ist nur ein schöner Nebenverdienst.“