Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Die Jüngsten leiden ganz besonders

Nichts geht mehr: Im Januar spielte Römerberg (blau) noch gegen Gastgeber Speyer.
Nichts geht mehr: Im Januar spielte Römerberg (blau) noch gegen Gastgeber Speyer.

Während die Herrenmannschaften des FV Berghausen sowie des FV Heiligenstein liebend gerne ihr 100-jähriges Bestehen im großen Rahmen gefeiert hätten, würden die Jugendlichen der JSG Römerberg einfach gerne weiter dem Ball hinterherrennen – ein Gespräch mit dem Vorsitzenden Winfried Schweigert über eine schwierige Übergangszeit und Ideen für den bestmöglichen Umgang mit der Zwangspause.

Zur Gesprächsvorbereitung telefonierte Schweigert mit einigen Jugendtrainern, die alle ein sehr ähnliches Bild zeichneten.

„Natürlich haben viele Online-Herausforderungen über das Netzwerk Youtube in die jeweiligen WhatsApp-Gruppen geschickt und von den Kindern gefordert, diese mit selbst gedrehten Videos zu erwidern“, erzählt er.

Spaß fehlt

Schweigert: „ Auch Lauf-Challenges sind dabei und sind meist so gestaltet, dass eine Art Wettbewerb gestartet wird, wer in einer Woche am meisten Kilometer zurücklegt.“ Doch diese Methoden nutzen sich ab und verlieren schon schnell ihren Reiz.

Gerade für die Jüngeren ersetzt dies keineswegs das übliche Training und den Spaß, mit den Freunden auf dem Platz zu stehen: „Wenn wir mal ganz ehrlich sind, hat noch keinem Fußballer das Laufen ohne Ball Spaß gemacht. Auch die kleinen Videos mit Technik- und Koordinationsübungen sind eine tolle Idee.“

Dennoch wüssten natürlich alle, dass Fußball in seiner Reinform ein Mannschaftssport sei. Gerade dieser Teamgedanke geht innerhalb dieser Zwangspause schnell verloren und führt im schlimmsten Falle dazu, dass einzelne Kinder den Spaß vollends verlieren und sich möglicherweise anderen Dingen widmen.

Schon traurig

„Ich sehe ab und zu ein, zwei Kinder, die kurz auf unserem Sportplatz anfangen, zu kicken. Fast schon traurig wird es dann, wenn diese nach ziemlich kurzer Zeit wieder aufhören, weil es mit den aktuellen Kontaktbeschränkungen und der fehlenden Möglichkeit, Teamsport zu betreiben, einfach keine Freude bereitet“, berichtet der Vorsitzende.

Hinsichtlich der Frage, ob und wie die Ligen fortgesetzt werden sollen, plädiert Schweigert für Freundschaftsspiele: „Die Trainer kennen sich doch alle im Umkreis und sollen einfach Termine ausmachen. Das mit dem Ligabetrieb und dem geplanten Play-off-System wird wohl ohnehin schwer durchzubekommen sein.“

Jetzt so kurz vor Weihnachten fielen auch die Mannschaftsabende aus, die sonst einen schönen Jahresabschluss darstellten: „Ich habe es immer genossen, bei den Weihnachtsfeiern zusammenzusitzen, gemeinsam zu singen und einen schönen Abend zu verbringen.“

Trotzdem glücklich

Schweigert: „Jetzt schicken wir uns gegenseitig Videos, wie das zum Beispiel die E3 in Form von Nikolauswünschen gemacht hat. Das macht mich als Vorsitzenden natürlich auch glücklich, wenn sich die Jungs und Mädchen die Mühe machen und das Beste aus der Situation herausholen.“

Zum Abschluss richtet sich Schweigert an alle, die die schwierigen Monate mit der JSG durchgestanden haben: „Ich wünsche allen Funktionären des Vereins, den Eltern und natürlich den Spielern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.“

Sein Dank gilt all jenen, die keine Mühen scheuten, die vergangenen Monate so erträglich wie möglich zu gestalten.

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