Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: ASV kämpft um seine Frauen

Werbung trägt Früchte: Die Fußballerinnen aus Waldsee und Schifferstadt werden mehr und mehr.
Werbung trägt Früchte: Die Fußballerinnen aus Waldsee und Schifferstadt werden mehr und mehr.

Die Frauenmannschaft beim ASV Waldsee soll nicht sterben. Die Verantwortlichen stoßen eine Kampagne an. Coach Cedric Hasenberg erklärt, warum sich Interessentinnen unbedingt dem Team anschließen müssen

Männer? Nach Ewigkeiten wieder in die A-Klasse aufgestiegen. Vorstand? Neu, jung, engagiert. Gelände? Bekommt einen zweiten Rasen. Frauen? Nach der Abmeldung der Spielgemeinschaft mit FSV Schifferstadt im März am Tiefpunkt. Doch nun kämpfen die Trainer um die Zukunft.

Coach Cedric Hasenberg stieß als Letzter zum Stab von Dominik Schleicher, als Thomas Hauser aus privaten Gründen aufhörte. Jetzt übernimmt Hasenberg die Initiative. „Alter, andere Prioritäten wie Familie, Umzug, Studium“, nennt er im Gespräch mit unserer Zeitung Gründe, die zum Personalmangel und zum Rückzug vom Spielbetrieb führten.

Lockeres Kicken

„Es machte keinen Sinn mehr, ständig rumzutelefonieren, um eine Mannschaft zusammenzubekommen“, erklärt er: „Das demotiviert nur.“ So verständigte sich das Team auf einen Neuanfang in diesem Sommer. Doch die Frauen lieben ihren Sport. „Lockeres Kicken“, umschreibt es Hasenberg, wenn der Kader sich trotzdem weiter ein- zwei Mal die Woche trifft.

„Die Initiative ging von ihnen aus“, so der Waldseer: „Acht neun waren schon da.“ Theoretisch zählt das Aufgebot 16, 17 Akteurinnen. In der Vorbereitung ab 24. Juli plant er Training montags beim ASV und mittwochs in Schifferstadt, um dem Kooperationsgedanken Rechnung zu tragen. Testspiele seien in Planung.

Familiensache

Die Anzahl wächst wieder. Zwei, drei, die früher mal aktiv gegen den Ball traten, schlossen sich an. Vom aufgelösten FV Dudenhofen profitierte der Verein weniger. Andere zeigten Interesse, seien aber zu jung: „Ab 16 dürfen sie mit einer Sondererlaubnis spielen.“

Von den ebenso nicht mehr existenten B-Juniorinnen des FC Speyer 09 stieß ein Mutter-Tochter dazu. Anfängerinnen kamen und welche, die seit Bambinitagen nicht mehr die Schuhe schnürten. Von 16 bis über 50 geht die Altersspanne. Es gehe auch darum, den Mädchenteams im FSV eine Perspektive zu erhalten.

Ganz unten

Waldsee/Schifferstadt startet nun wieder ganz unten, statt in der Landes- in der Bezirksliga und das als Neuner-Mannschaft. Der Trainer befürchtet aber, oft nur sieben gegen sieben zu spielen. Die volle Mannschaftsstärke schien den Verantwortlichen als zu riskant, die mit 20, 22 Fußballerinnen planen.

Mit nur zehn bis 13 sei es eine Risikomeldung. „Urlaub, es ist immer etwas anderes“, begründet der ASV-ler. Noch ein paar Neue stünden gut zu Gesicht. Die Waldseer bedienen die sozialen Medien. Das Amtsblatt veröffentlicht. Die Teammitglieder sprechen Bekannte an.

„Ein bisschen sind wir ein durchgeknallter Haufen“, rührt Hasenberg die Werbetrommel, um frisches Blut anzulocken. Es gelte, den Teamgedanken zu stärken, mal ein Bundesligaspiel besuchen, gemeinsam essen gehen: „Das ist vielleicht etwas zu kurz gekommen.“

Kontakt

Trainer Dominik Schleicher, Telefon 0176 32560115, Cedric Hasenberg 0176 32330907

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