Speyer Fronleichnam: Hunderte beten am Blumenteppich vor dem Dom
Die katholischen Kirchengemeinden in Speyer haben am Donnerstag gemeinsam das Fronleichnamsfest gefeiert. Los ging es um 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Joseph, den Bischof Karl-Heinz Wiesemann als Hauptzelebrant gestaltete. Wie das Bistum Speyer mitteilt, deutete der emeritierte Weihbischof Otto Georgens in seiner Predigt die Eucharistie als Antwort auf den „Hunger des Menschen“. Ausgehend vom Wort Jesu „Ich bin das lebendige Brot“ entfaltete Georgens ein Bild des Menschen als suchendes und hungerndes Wesen. Entscheidend sei, woran dieser Hunger sich orientiere, führte der Weihbischof aus. Rein materielle Fixierung führe nicht zur Erfüllung, sondern im Extremfall in innere Leere und Zerstörung. Dem stellte er die Eucharistie als Quelle von Beziehung, Gemeinschaft und Sinn gegenüber. „Im gemeinsamen Mahl wird sichtbar, dass Leben nicht im Besitz aufgeht, sondern im Teilen“, so Georgens.
Bei der anschließenden Prozession, die unter großer Beteiligung von der Kirche St. Joseph über die Gilgen- und Maximilianstraße zum Dom führte, trug Bischof Wieseman die Monstranz mit dem Allerheiligsten durch die Stadt. Vor dem Hauptportal des Doms versammelten sich schließlich mehrere Hundert Katholiken um den traditionellen Blumenteppich zum Gebet. Beim feierlichen Abschluss der Prozession sprachen auch Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) und Bürgermeister Alexander Schubert (CDU) Fürbitten für ein gutes Miteinander aller Menschen in der Stadt.
An Fronleichnam feiert die katholische Kirche die Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Als sichtbares Zeichen für diesen Glauben wird das eucharistische Brot, die Hostie, in einer Monstranz durch die Straßen getragen.