Speyer Freunde in Übersee besuchen

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Traditionell reichen Vereine bei der letzten Ratssitzung im Jahr Zuschussanträge ein. Ebenso regelmäßig diskutiert der Ortsgemeinderat Dudenhofen über die Gewährung oder Ablehnung der Weihnachtswünsche. Bei der jüngsten Sitzung sorgte der Antrag des Kirchenchors St. Cäcilia auf finanzielle Unterstützung einer Reise nach Amerika für eine Diskussion. Bei elf Ja- und neun Nein-Stimmen (zwei Enthaltungen) gewährte der Rat einen Zuschuss von „maximal 500 Euro“.

Vehementer Befürworter einer „Ausnahme von der Regel“ war Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU). Auch aus geschichtlichen und nostalgischen Gründen. Vor Kurzem war er selbst auf Privatbesuch in Ferdinand im US-Bundesstaat Indiana, dem Zielort der Chorreise. Dabei entdeckte er beim Blättern im dortigen Telefonbuch die vertrauten Familiennamen Bettag, Ofer, Grundhöfer, Nord, Holländer und Tretter. Deren Vorfahren waren um 1850 von Dudenhofen nach Amerika ausgewandert. Um im Rat „eine Pari-Situation wie im Ausschuss“ zu vermeiden, deklarierte Eberhard den Zuschuss als „Unkostenbeitrag für die Busfahrt zum und vom Flughafen Frankfurt“. Den Zuschussantrag hatten die Cäcilianer mit „der Chorreise zu Nachfahren von Auswandererfamilien nach Ferdinand“ begründet. Seit drei Jahren bestehe ein reger Austausch, existiere die Idee zu einem „Besuch bei Verwandten“. Die wollten nun neben 38 Sängern des Chors acht weitere Mitreisende vom 24. März bis 1. April nächsten Jahres kennenlernen. Die Reise führe von Chicago über Indianapolis nach Ferdinand, wo die Gruppe in Gastfamilien wohnen werde. Geplant seien ein Kirchen-Konzert im Dom des Benediktinerinnenklosters in Ferdinand und ein weltliches Konzert mit dem Schwerpunkt deutsche Volkslieder. Jürgen Creutzmann (FDP) bereitete der Antrag „grundsätzliche Probleme“. Nach den selbstverfassten Richtlinien gewähre die Gemeinde lediglich zehn Prozent Zuschuss auf Investitionsleistungen, nicht für Reisen oder Fahrten. Creutzmann: „Schaffen wir einen Präzedenzfall, kommen auch andere Vereine.“ Von ihm ein „klares Nein“: „Die Richtlinien geben das nicht her.“ Ortsbürgermeister Eberhard plädierte ein zweites Mal für eine Ausnahme: „Das ist etwas Besonderes.“ Schließlich sei es keine normale, gewöhnliche Reise: „Es handelt sich um eine Freundschaftsreise.“ Für Werner Löffler (SPD) reine verbale Haarspalterei. Er hielt sich an die Fakten, urteilte mit dem Blick des Juristen: „Ein Ja erfüllt den Straftatbestand der Veruntreuung.“ Was Reinhard Burck (Grüne) nicht sonderlich schreckte: „Wenn wir uns selbst bezuschussen – gemeint ist die Partnerschaftsfahrt nach Martell – sollten wir großzügig sein und die 500 Euro ausgeben.“ Den „eigenen“ Zuschussantrag für die Feier zur 40-jährigen Partnerschaft in Martell vom 7. bis 11. Oktober 2015 genehmigte der Rat bei zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Alle Teilnehmer – extra aufgeführt sind die Mitglieder des Ortsgemeinderates, Mitarbeiter von Gemeinde und Verwaltung – erhalten einen Reisekostenzuschuss von 25 Euro, die aktiven Mitglieder der Blaskapelle und der Jagdhornbläsergruppe 100 Euro. Wilhelm Dieckmann (CDU) fragte nach den Gesamtkosten. Dazu der Bürgermeister: „Bei drei Bussen sind das etwa 5000 Euro.“ Den dritten, vom TVD auf zehn Seiten detailliert aufgelisteten Zuschussantrag bewilligte der Rat einstimmig: Der Turnverein erhält im Jahr 2015 für die Sanierung der Heizungsanlage im Turnerheim einen Zuschuss in Höhe von zehn Prozent, jedoch höchstens 3874,50 Euro. (län)

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