Speyer Freistoss:
Nicht erst seit der vergangenen Dart-Weltmeisterschaft des Verbandes PDC gibt es in Deutschland eine Begeisterung für die (Kneipen)-Sportart. Der beste deutsche Spieler Max Hopp, der bei der WM 2017 die zweite Runde erreichte, hat ebenfalls einen Anteil daran. Am populärsten sind allerdings Phil Taylor, der Rekordweltmeister, und Michael van Gerwen, der amtierende und jüngste Weltmeister aller Zeiten. Die RHEINPFALZ machte sich auf die Suche, ob es den Sport auch in Speyer gibt. Unsere Recherche beginnt natürlich im Internet. Wir stoßen auf die „feier-deiwel Speyer“. Weitere Kontaktaufnahme zu diesem Verein schlägt fehl. Ob E-Mails oder Anrufe, nichts führt zum Erfolg. Als nächste Instanz bemühen wir dann den Rheinland-Pfälzische Dartverband in Winnweiler, den RPDV. Hier gibt es zwei Kontaktdaten. Wir ziehen den Präsidenten vor und schreiben ihm eine E-Mail. Ohne große Hoffnungen warten wir auf eine Antwort. Die erfolgt dann schon genau acht Stunden und 44 Minuten später. Natürlich kann er uns nicht weiterhelfen. Wer weiß denn schon etwas über Dart in Speyer? Aber er leitet uns gerne weiter, nämlich an den Baden-Württembergischen Dartsverband, den BWDV. Wir tippen auch hier eine E-Mail, diesmal an die Präsidentin. Ja, es ist eine Frau. Dart ist nicht nur was für Männer. Hier warten wir genau 21 Stunden und zwölf Minuten auf eine Antwort. Wir finden so heraus, dass es in Speyer einen Dartverein gab. DC El Diablo soll der heißen. Wir begeben uns auf weitere Spurensuche, stoßen auf eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse. Der Versuch, am Ende der Leitung jemanden zu erreichen, endet so: „Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben…“ Sie wissen schon. Also versuchen wir es mit der neumodischen Variante: E-Mail. Wir warten seit knapp 589 Stunden auf eine Antwort. Rekordverdächtig … Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. In der Speyerer Kultkneipe Zorniggel spielt der DC Starfighter sogar in der Bezirksoberliga. Es geht auch anders. Lassen gewisse Fußballklubs hierzulande keine Gelegenheit aus, der Lokalkonkurrenz ständig vors Schienbein zu treten, zu stänkern wann’s nur geht, praktizierten FV Dudenhofen und FC Speyer nun gelebtes Fair Play, als es darum ging, die Partie vor einigen Tagen wegen Unbespielbarkeit des Platzes abzusetzen. Die Trainer Christian Schultz (Dudenhofen) und Ralf Gimmy traten in Kontakt, die Spielleitungen, schon einen Tag vor dem geplanten Kick. Auch der Verband willigte ein, verlangte aber einen Ausweichtermin. Der Vorschlag der Vereine zunächst: an Ostern. Doch es gab auch andere Stimmen. In der Redaktion glühten die Drähte heiß. Die Leser äußerten ihr Unverständnis über die Absage der Partie angesichts blauen Himmels und abebbender Regenfälle. „Also bei dem besch... Wetter wollte ich auch kein Fußball spielen ... ;-) “, schrieb einer im Scherz in einer E-Mail, als es hoch droben längst aufklarte. Doch am Morgen stand der Rasen an der Iggelheimer Straße unter Pfützen. Aus sportlichen Gründen auf eine Verlegung zu drängen, davon zu profitieren, unterstellen wir nicht. Dudenhofen setzte Fragezeichen hinter den Leistungsträgern Kevin Hoffmann und Julian Scharfenberger. Die Speyerer Sascha Rausch (Tor), Marc Thau und vor allem Kevin Siegl brauchen wohl noch viel länger. Dudenhofen hat einen Kunstrasen. Dort wär’ ein Match drin gewesen. Nachteil, die Infrastruktur: Enge um den Platz, schwierigerer Bier- und Rindswurstverkauf, Entfernung zum Klubheim. Unsere Amateure brauchen jeden Cent. Das Nachholspiel ist angesetzt, erneut dank dem Verband, der ohnehin viel Prügel bezieht: Mittwoch, 5. April (19.30 Uhr), in der Hoffnung auf einen lauen Frühlingsabend. Treffsicherheit am Büffet wünscht die Sportredaktion |nihe