Speyer Frühjahrsmesse: 17 Tage ohne große Klagen

Anziehungspunkt Frühjahrsmesse: Musikalischer Auftritt der „Walsemer Gasserassler“.
Anziehungspunkt Frühjahrsmesse: Musikalischer Auftritt der »Walsemer Gasserassler«.

Durchwachsenes Wetter, durchschnittliche Frühjahrsmesse. Diese Kombination prägt die Bilanz der Schausteller. Das Volksfest ist am Sonntagabend nach 17 Tagen zu Ende gegangen. Richtige Klagen gab es nicht. Die Polizei war auf dem Festplatz nicht ohne Arbeit, will sich aber ebenfalls nicht beschweren.

Der Auftakt der Frühjahrsmesse war wetterbedingt „nicht so“, denkt Andreas Elster an den Gründonnerstag zurück. Doch der Betreiber einer Losbude sagt: „Wir können uns nicht beschweren.“ Die sonnigen Tage, vor allem die starken Wochenenden, hätten Einbußen durch Schlechtwetter ausgeglichen. Geld fürs Losglück gäben die Besucher durchaus noch aus, betont Schausteller Elster. Aber auch hier gibt es eine Einschränkung: „Wir merken schon die Greifer und vor allem das Pink Date.“ Bei letztgenanntem Angebot warten mannshohe Plüschtiere darauf, mit einem Greifarm samt Schere vom Faden getrennt zu werden – das zieht Jugend an.

Die Jugend mag gleichzeitig Tradition, wie aus dem Kassenhäuschen des Riesenrades als höchstem Angebot zu hören ist. „Es lief recht gut“, teilt Yannick Wetzel vom Schaustellerbetrieb Göbel mit. Interesse sei durch alle Generationen hinweg vorhanden – selbst beim Ticketpreis von 6 Euro für Erwachsene. „Nachmittags kommen eher die Familien, abends eher Jugendliche“, betont Wetzel.

Begeistert an der „Bayern-Wippe“

Bei Marc Schultz in der „Bayern-Wippe“ war den ganzen Tag über jugendliches Publikum zu sehen. „Die Sechs- bis 20-Jährigen sind bei uns die Hauptkunden“, berichtet der Beschicker, der die 40 Jahre alte drehende Plattform, umzäunt von einem Gitter, bereits zweimal generalüberholen ließ. „Selbst wenn der Platz nicht gefüllt war: Meine Gondel war voll“, freut sich Schultz über Stammpublikum, das nicht nur aus Speyer, sondern auch aus dem Umland gezielt die Wippe ansteuere. Nicht nur in der Domstadt, sondern generell laufe es für ihn derzeit gut, so Schultz. Nächstes Ziel sei die Mannheimer Messe. Zusatzlob hat er trotzdem für das Fest in Speyer und seine Akteure: „Hier habe ich ein gutes Gefühl, weil die Zusammenarbeit mit der Stadt stimmt, weil man sich sicher fühlt und entspannt in der Kasse sitzen kann.“

Durchweg positiv ist das Fazit, das die Stadt als Veranstalterin zur Frühjahrsmesse 2024 zieht. Beim Rundgang über den Festplatz am letzten Messetag nahm Marktmeisterin Heidi Jester an den Ständen eine sehr gute Stimmung wahr. Auch weil sich die Sonne mit der Zeit immer öfter sehen ließ, seien die Besucherzahlen gut gewesen. Das hätten die Schausteller bestätigt, so die Stadtverwaltung.

Polizei bilanziert Rückgang an Straftaten

Eine zufriedene Messebilanz zieht zudem die Polizeiinspektion Speyer. Sie war regelmäßig mit Fußstreifen auf dem Festplatz vertreten – und natürlich zur Stelle, wenn sie gerufen wurde. Die Inspektion teilt am Montag mit: „Bei wetterbedingt schwankendem Besucheraufkommen kann insgesamt ein ruhiger Festverlauf attestiert werden. Das polizeiliche Einsatzaufkommen war mit acht Einsätzen, Jugendschutzkontrollen ausgenommen, deutlich geringer als bei der Frühjahrsmesse im Vorjahr, in welchem es 16 Einsätze waren.“

Am Ende seien es drei Körperverletzungen, drei Diebstähle, ein Platzverweis für einen Randalierer und ein Einsatz wegen einer hilflosen Person gewesen. Diebe erbeuteten demnach einmal eine Geldbörse, einmal eine Bauchtasche mit Wertsachen und zuletzt Fahrchips für ein Fahrgeschäft, die einem Mann aus der Hand gerissen worden sei, so Kevin Götz von der Polizei auf Anfrage. Bei der letzten Körperverletzung am Freitag habe ein Mann Hämatome an Armen, Beinen und am Rücken davongetragen.

Zusammen mit städtischen Mitarbeitern waren Polizisten außerdem für spezielle Jugendschutzkontrollen auf der Messe unterwegs. Götz zufolge wurde in zahlreichen Fällen illegal mitgebrachter Alkohol entdeckt und in der Folge entsorgt oder sichergestellt. Bei sieben minderjährigen Besuchern seien auch für sie verbotene E-Zigaretten entdeckt und sichergestellt worden. „Die Eltern wurden informiert“, so der Polizeibeamte.

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