Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Fliesen Butz: Personalsorgen zum Jubiläum

 Familien-Betrieb (von links): Max, Peter und Christiane Butz sorgen für reibungslose Abläufe.
Familien-Betrieb (von links): Max, Peter und Christiane Butz sorgen für reibungslose Abläufe.

Den Fliesenleger-Betrieb von Peter Butz in Berghausen gibt es seit 25 Jahren. Die nächste Generation ist längst voll im Einsatz. Die Butz-Dienste sind so gefragt, dass das Unternehmen mehr Aufträge annehmen könnte, wenn eine Sache nicht fehlen würde

Im wörtlichen Sinne ist Fliesenverlegen nicht nur ein bodenständiges, sondern sogar ein bodenkniendes Gewerbe. Ganz unten hat auch Peter Butz vor genau 25 Jahren mit seinem Betrieb angefangen. Um mehr Zeit für die Familie mit dem damals noch kleinen Sohn Maximilian zu haben, wagte er 1997 den Schritt in die Selbstständigkeit. Er gründete seinen eigenen Betrieb in der Garage und siedelte fünf Jahre später in einen Neubau im Gewerbegebiet zwischen Berghausen und Dudenhofen über.

„Für mich gab es nichts anderes, seit ich mit 14 Jahren ein Praktikum bei Brech in Speyer gemacht habe“, erklärt Peter Butz seine Berufswahl. Trotz der Schwierigkeiten im Handwerk ist dem Familienbetrieb die Feierstimmung zum 25-jährigen Jubiläum geblieben: Der frühere Einzelkämpfer steht einem Unternehmen vor, das schnell auf zehn Angestellte gewachsen war und heute noch sieben Gesellen hat. „Wir haben in den Jahren 28 Auszubildende gehabt, wir würden auch liebend gerne weiter ausbilden, aber in den letzten zwei Jahren gab es nicht einmal Anfragen“, so der Geschäftsführer betrübt über den vielzitierten Fachkräftemangel.

Azubis werden gesucht

Auch bei der Integration ausländischer Arbeitskräfte hat die Firma eigene Erfahrungen gemacht. Ein Syrer, der ausgebildet werden wollte, sei an den mangelnden Sprachkenntnissen gescheitert. Frauen und Mädchen für das Handwerk zu begeistern, werde zwar in der Politik und von Verbänden gefordert und wird auch von Butz gutgeheißen. In Berghausen ist davon noch nichts angekommen: „Null Anfragen“, bedauert Christiane Butz, die Gattin des Inhabers. Dabei verdiene man nicht schlecht, so Peter Butz. Neben Gipsern zählten die Fliesenleger zu den Bestbezahlten auf dem Bau. Auch kreativ hat der Beruf einiges zu bieten, denn obwohl man sie mit Füßen tritt, sind Fliesen und Bodenbeläge optisch mit der wichtigste Teil eines Raumes. Großformatfliesen oder Mosaik – was die Kunden wünschen, kann der Fliesenleger umsetzen.

Bei Butz ginge alles, wenn er denn die Leute hätte: „Wir müssen leider Aufträge ablehnen, weil wir nicht das Personal haben, um es erledigen zu können, bedauert er. Butz sieht den Trend zu „Alles aus einer Hand-Lösungen“ kritisch: Wenn man alles an einen Generalunternehmer übergibt, könnte der Bau über Wochen stillstehen, da der Beauftragte nicht weiterarbeiten kann. Gewerke gingen oft nicht reibungslos ineinander über.

Vor Ort gut vernetzt

In einem großen Netzwerk an örtlichen Handwerksbetrieben aus Römerberg und Umgebung übernehme er oft die Koordination und Absprache, berichtet Butz. Über die Hälfte der Aufträge bekomme die Firma von privaten Bauherren. Die Expertise eines Meisterbetriebes habe zwar ihren Preis, aber dafür stimme am Ende auch die Qualität, betont Butz junior: Die zweite Generation steht in Person von Maximilian Butz, der 2014 seinen Meister gemacht hat, bereit, den Betrieb weiterzuführen. Sein Vater ist mit 57 aber körperlich noch topfit, „Ich habe wohl gute Gene“, sagt der Senior, „trotz über 30 Jahren auf dem Bau habe ich keine Beschwerden.“

Die Fliesenausstellung hat die Familie geschlossen: Das Geschäft wurde zu schnelllebig, und man konnte auch nicht mit der Ausstellungsfläche großer Händler mithalten, erklärt sie. Die Beratung mache man jetzt direkt beim Kunden. „Das Licht vor Ort ist entscheidend bei der Fliesenwahl, das Kunstlicht im Ausstellungsraum verfälscht den Eindruck. Man sollte sich immer eine Fliese in den Raum legen, bevor man entscheidet, was man verlegt“, so der Fachmann. Das „25-Jährige“ hat er mit einem Empfang für Kunden und Geschäftspartner im Geschäft in der Werkstraße 23 gefeiert.

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