Speyer Fleißige Mängel-Reporter

Die Mängelmelder-App: Mit ihr können Missstände per Smartphone an die Verwaltung übermittelt werden.
Die Mängelmelder-App: Mit ihr können Missstände per Smartphone an die Verwaltung übermittelt werden.

Seit Ende Januar können Bürger in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen Missstände, die ihnen im öffentlichen Raum auffallen, per Mängelmelder-App an die Verwaltung melden. „Die App wird sehr gut genutzt“, ist Nina Berlinghoff, die bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Dudenhofen für die EDV zuständig ist, zufrieden.

Über 30 Eingaben habe es über den Mängelmelder im vergangenen Vierteljahr gegeben. Hauptsächlich würden illegaler Müllablagerungen und Straßenschäden moniert, sagt Berlinghoff. Das Prinzip ist einfach: Wer sich die App heruntergeladen hat, kann ein Bild, das er von dem Mangel gemacht hat, mitsamt einer kurzen Beschreibung in das rheinland-pfälzische Mängelmelder-System einstellen. Wer lieber den PC nutzt, kann die Bilder auch einfach von dort via Mängelmelder-Website übermitteln. Die Verwaltung bekommt daraufhin eine Meldung. Zudem erscheint der Mangel für Nutzer der App oder Besucher der Mängelmelder-Website auf einer Karte. Neue Meldungen sind mit dem Status „erstellt“ gekennzeichnet. Wird die Verwaltung aktiv, ändert sich der Status in „zur Kenntnis genommen“ beziehungsweise „in Arbeit“, worüber der App-Nutzer wiederum automatisiert informiert wird. Sobald der Mangel behoben ist, bekommt er den Status „erledigt“. Den Mängelmelder nutzen mittlerweile etliche Kommunen im Land, so auch die Stadt Speyer, nicht aber die Verbandsgemeinden Rheinauen und Lingenfeld. Für die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen zeigt das System aktuell 20 eingestellte Mängel an: Zwei wurden erst kürzlich erstellt, sieben sind „zur Kenntnis genommen“ und je fünf „in Arbeit“ oder bereits „erledigt“. Ein Mangel trägt den Verweis „liegt extern“. Nichts zu beanstanden haben derzeit die Harthausener. Und auch in Hanhofen wird lediglich ein Schlagloch in der Harthauser Straße moniert, das „fatal für Radfahrer“ sei. Die übrigen Mängel verteilen sich auf Dudenhofen und Römerberg. Der jüngste Eintrag wurde vor drei Tagen erstellt und bemängelt, dass der Dudenhofener Abenteuerspielplatz „total verschmutzt“ sei. Die Sache sei „in Arbeit“, ist beim Anklicken des Eintrags zu lesen. Das ist allerdings noch keine Garantie, dass der Mangel auch schnell behoben wird: Manche Meldung wurde schon vor zwei Monaten eingestellt und ist immer noch „in Arbeit“. So zum Beispiel eine Beschwerde über Graffiti am Durchgang beim Feuerwehrgerätehaus in Mechtersheim. Dass es auch mal länger dauern könne, bis ein Mangel behoben ist, kann laut Berlinghoff zum Beispiel daran liegen, dass Aufträge an externe Firmen vergeben werden müssen. Was ein Mangel ist, bleibt außerdem in vielen Fällen Interpretationssache: So findet ein Nutzer Nachbesserungen am Lärmschutzwall, der das Neubaugebiet in Heiligenstein abschirmen soll, seien „durch das ausführendes Unternehmen DRINGEND erforderlich“. Die Verwaltung hat das Ansinnen bis jetzt lediglich „zur Kenntnis genommen“. Nicht alles, was dem Bürger missfällt, ist im übrigen eine Angelegenheit für die Mängelmelder-App. So sah sich Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats bemüßigt, die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Mängelmelder-App nicht um eine „Falschparker-App“ handelt. Der Grund: Etliche Bürger hatten falsch geparkte Autos fotografiert und versucht, die Bilder auf die Mängelmelder-Seite hochzuladen. Diese werden von der Verwaltung aber gelöscht, berichtet Nina Berlinghoff. Aus Datenschutzgründen sei es bedenklich, wenn die Autos anhand des Nummernschilds für jeden zu identifizieren seien. Stattdessen sollten sich Bürger mit ihren Falschparker-Meldungen direkt an das Ordnungsamt wenden. Info —Iphone-Besitzer können sich die Mängelmelder-App über den App-Store, Android-Nutzer über den Play-Store aufs Smartphone laden. —Eine Mängelmeldung vom PC ist über die Internetseite www.rlp-maengelmelder.de möglich. Die Rubrik Unter dem Titel „Dienstagsfrage“ beantworten wir einmal die Woche Fragen, die im Alltag im Speyerer Umland auftauchen

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