Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Fischmarkt und West: Lob für zwei Bauprojekte

Im Hinterhof wird schon ein anderes Anwesen gebaut: Diese Lücke am Fischmarkt soll noch geschlossen werden.
Im Hinterhof wird schon ein anderes Anwesen gebaut: Diese Lücke am Fischmarkt soll noch geschlossen werden.

Für viele ist die Südseite die schönste Seite des historischen Fischmarkts. Die Baulücke, die sie unterbricht, soll gefüllt werden – eines der Projekte im Gestaltungsbeirat.

Vier Meter breit ist die Fuge zwischen zwei Häusern in der Fischmarkt-Randbebauung, die Investor Michael Neugebauer füllen will. Der Architekt stellte seine Pläne für ein schmales Haus mit rund 100 Quadratmetern Wohnfläche auf drei Etagen im städtischen Gestaltungsbeirat vor. Derzeit wird die Lücke noch als Zufahrt für ein weiteres Bauprojekt im rückwärtigen Bereich genutzt, künftig könnte sie unten eine Durchfahrt und darüber Wohnraum enthalten.

Wie genau sich das neue Gebäude darstellen wird, ist noch offen. Neugebauer hat aktuell noch sieben mögliche Varianten, die alle große Fenster zum Fischmarkt vorsehen – jedoch in unterschiedlicher Anzahl und Anordnung. Eine Grundsatzfrage lautet, ob ein Giebel- oder Flachdach entstehen und die Höhe der angrenzenden Gebäude aufnehmen soll. Neugebauer favorisierte die Giebel-Variante, weil sie gut zur Fischmarkt-Umgebung passe. Die Architekten im Gestaltungsbeirat, der als beratendes Gremium mit Stadtbild-prägenden Bauprojekten befasst wird, plädierten eher für ein Flachdach.

„Mutiges Projekt“

Der Investor zeigte sich dafür offen und nahm das grundsätzliche Lob des Beirats gerne entgegen. „Toll, wenn man sich solcher Flächen annimmt, um Wohnraum zu schaffen“, so Beiratsvorsitzender Dietrich Gekeler. Kollege Gerd Kuhn sprach von einem „mutigen Projekt“, Edda Kurz von einer „Herausforderung“. Das neue Beiratsmitglied Susanne Dürr gestand, dass aus ihrer Sicht dort nicht gebaut werden müsste: „Es wäre auch keine Katastrophe ohne Haus.“

Auf Wohlwollen stießen im Beirat auch die Pläne für den Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Theodor-Heuss-Straße in Speyer-West. Diese hatte der Schifferstadter Bauunternehmer Berthold Heberger, der mit seiner BHE Grundstücks GmbH investieren will, im Frühjahr zum ersten Mal im Beirat vorgestellt und sich über die Kritik daran gewundert. In der Politik war eine Diskussion gefolgt, ob solche Projekte überhabt den Gestaltungsbeirat durchlaufen müssen. Auf der bisherigen Fläche von Getränke Renz ist Wohnraum in laut BHE hoher Qualität vorgesehen. Es sollen bis zu 5 Millionen Euro investiert werden.

Umplanung kommt gut an

Heberger und Architektin Sölve Leid haben nach der Kritik umgeplant. Das Gebäude soll eine zurückhaltendere Fassade mit kleineren Balkonen als zuvor erhalten. Die Autos der Bewohner sollen nicht mehr im Hinterhof geparkt werden, sondern im ebenerdigen Parkgeschoss unter den Wohnungen. Dadurch gibt es zwar nur noch fünf statt nach den alten Plänen sechs Wohneinheiten, aber der Innenhof wird frei für einen Garten und einen Spielplatz, wie es der Gestaltungsbeirat bei der ersten Vorlage gefordert hatte.

Die beratenden Architekten zeigen sich zufrieden mit der Umplanung. Gelobt wurden etwa eine „deutliche Qualitätssteigerung“ des Entwurfs und eine ruhigere Fassadengestaltung. Für den Zugang zu den Wohnungen, im Parkgeschoss geplant, gab es den Rat, von der Parkfläche weg zur Straßenseite zu gehen, um dort eine attraktivere „Willkommenssituation“ zu schaffen.

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