Speyer „Finanzen kein Hindernis“

Die Meinung der Experten gestern Abend in der Stadtratssitzung war deutlich: Die Freiwillige Feuerwehr braucht drei Standorte in der Stadt und die Hauptamtlichen sollen im Beamtenstatus eingestellt werden, um bei einem Unglück besser abgesichert zu sein. Die Anhörung diente der Entscheidungsfindung. Im Dezember will der Rat endgültig über die Standortfrage in Sachen Feuerwehr beschließen.
Neben dem Austausch darüber, wie die Feuerwehren Ludwigshafen und Worms Ehrenamtliche gewinnen, stand vor allem die Vergütung der neu einzustellenden Feuerwehrmänner in Speyer im Mittelpunkt der Expertenschilderungen. Die Frage, ob es eine Haupt- mit mehreren Nebenwachen geben muss, war schnell vom Tisch: „Ich würde ein Drei-Standorte-Konzept empfehlen“, sagte Hans-Peter Plattner vom rheinland-pfälzischen Innenministerium. Bedeutet: eine Hauptwache am Rauschenden Wasser, ein Feuerwehrhaus in Süd und eines in Nord. „Der Feuerwehrbedarfsplan ist bedarfsgerecht und sehr wirtschaftlich und sparsam“, betonte er. Darin erhielt er auch Zustimmung von den Feuerwehren aus Worms und Ludwigshafen sowie von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Bislang hat der Stadtrat noch nicht geklärt, wie die neuen Hauptamtlichen eingestellt werden – ob im Angestellten- oder Beamtenverhältnis. Rund 40 sieht der Feuerwehrbedarfsplan mittelfristig vor. Verdi-Vertreter Horst Tüttelmann machte deutlich, dass es diesbezüglich eigentlich kaum Spielraum gibt: Seiner Ansicht nach lasse das rheinland-pfälzische Gesetz nur mit triftiger Begründung zu, dass von dem Beamtenstatus abgewichen wird. „Finanzielle Engpässe sind keine triftige Begründung“, sagte Tüttelmann. Der Leiter der Ludwigshafener Berufsfeuerwehr, Peter Friedrich, wurde sehr deutlich: „Die Hauptamtlichen als Beamte einzustellen, ist der einzig richtige Weg, und ich kann Sie nur bitten, den zu gehen.“ Klaus Feuerbach, stellvertretender Stadtfeuerwehrinspektor von Worms, pflichtete ihm bei und machte anhand eines Beispiels deutlich, wie wichtig die Kräfte sind: „Bei uns erhalten einige Ehrenamtliche von ihren Arbeitgebern die Anweisung nach 23 Uhr keine Einsätze mehr zu fahren, weil sie wollen, dass sie morgens fit bei der Arbeit sind.“ Feuerbach wies darauf hin, dass der Markt an guten Feuerwehrleuten umkämpft sei. Sie legen Wert auf gute Absicherung. (ccd)