Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerbachpark: Wie nah dürfen Steine an die Platanen?

Rücken teilweise nahe an die Stämme der Platanen heran: Randsteine des neuen Weges um den Feuerbachpark.
Rücken teilweise nahe an die Stämme der Platanen heran: Randsteine des neuen Weges um den Feuerbachpark.

Seit Wochen wird kräftig gearbeitet im und am Feuerbachpark. Inzwischen werden teilweise neue Strukturen sichtbar. Sind sie mit der städtischen Baumschutzsatzung vereinbar?

Eine Besonderheit des Feuerbachparks ist die Platanenallee. Rund um die Grünanlage im Süden der Stadt bietet die gepflegte Doppelreihe ein besonderes Bild und eine in Speyer einzigartige Möglichkeit zum Flanieren. Als einer der ersten Schritte bei der Umgestaltung des Parks ist die Asphaltschicht unter den Bäumen entfernt worden. Der neue Weg – laut Stadt mit wasserdurchlässiger Decke – wird mit einer Steinreihe eingefasst. Deren Positionierung wirft Fragen auf.

Die neuen Randsteine werden mal rund einen Meter, mal auch nur circa 30 Zentimeter von den Baumstämmen entfernt einbetoniert. Laut städtischer Baumschutzsatzung von 2022 könnte das problematisch sein: Es ist verboten, „unter dem Traufbereich beziehungsweise Kronenrand zuzüglich 1,5 Meter nach allen Seiten Abgrabungen, Ausschachtungen (zum Beispiel durch Ausheben von Gräben), Aufschüttungen oder Verdichtungen vorzunehmen“, heißt es darin.

Stadt: „Kein Verstoß“

Die Stadt als Bauherrin sieht in der Maßnahme am Park kein Problem: Es liege „kein Verstoß gegen die gültige Baumschutzsatzung vor“, teilt sie auf Anfrage mit. Sprecherin Janine Friedmann verweist auf die möglichen Ausnahmen laut Satzung: „Die Maßnahme erfolgte im öffentlichen Interesse und ist gemäß den Ausnahmeregelungen der Baumschutzsatzung als zulässig einzustufen.“ Neben öffentlichem Interesse wird unter anderem die Abwehr von Gefahren als Befreiungsgrund genannt.

Mit dem neuen Weg werde „eine Reihe von Gefahrenstellen beseitigt“, so die Stadt. Der alte Belag sei stark sanierungsbedürftig gewesen. Die Entfernung des Asphalts – in Baumnähe teilweise schonend mit einem Saugbagger – habe die Fläche zunächst einmal entsiegelt. Die Standortbedingungen für die Platanen würden verbessert. Es handle sich um eine „ökologische Aufwertung“, betont Friedmann. Die ständige Begleitung der Bauarbeiten durch fachkundiges Personal habe auch aufgezeigt, dass die betroffenen Platanen eine tiefreichende Pfahlwurzelstruktur aufwiesen: Die Wurzeln reichten senkrecht nach unten und seien nicht beeinträchtigt worden.

Wurzeln geschont

Laut Stadt verliefen direkt unterhalb des Asphalts keine Wurzeln: Es seien „keine Eingriffe in das Wurzelwerk notwendig“ gewesen. Zudem sei die neue Einfassung rund zehn Zentimeter oberhalb des früheren Belags angelegt worden. Der künftige Weg werde 2,50 Meter breit und ermögliche „ein sicheres und komfortables Miteinander von Fuß- und Radverkehr“. Auch das gesamte Bauprojekt, das sich bis Mitte kommenden Jahres hinziehen wird, soll der Verwaltung zufolge der Aufenthaltsqualität und dem ökologischen Wert des Parks dienen.

Die Baumschutzsatzung gibt es seit drei Jahren. Sie ist unter anderem schon herangezogen worden, um den Aufbau des Mittelalter-Spektakels im Domgarten schonender für die dortigen Bäume zu gestalten. Insgesamt sind der Stadt-Sprecherin zufolge seit 1. Oktober 2022 acht Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen möglicher Verstöße gegen die Satzung eingeleitet worden. Es gebe jedoch auch Bäume, die als geschützte Landschaftsbestandteile unter Schutz stehen. Dazu gebe es eine Satzung aus dem Jahr 1981, die ebenfalls als Rechtsgrundlage herangezogen werden könne.

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