Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel FDP-Kandidatin für die Bundestagswahl: Meinungsfreudig, aber nie polternd

Klar in der Argumentation: Bianca Hofmann.
Klar in der Argumentation: Bianca Hofmann.

Bianca Hofmann (57) aus Speyer ist die Direktkandidatin der FDP im Wahlkreis Neustadt-Speyer. Die Diplom-Kauffrau ist in den vergangenen Jahren politisch durchgestartet. Sie gehe als „Berufsoptimistin“ in die Wahl, betont sie. Die Kritik an ihrer Partei nach dem Bruch der Ampelkoalition nimmt sie so sportlich wie vieles im Leben.

Ich bin kein Typ, der geht, wenn es mal nicht so läuft“, sagt Bianca Hofmann. Lachend fügt sie hinzu, dass sie auch in mehr als 30 Ehejahren so manche Diskussion führen musste. Eigentlich nimmt sie aber darauf Bezug, dass sie sich genau in der Zeit der parteiinternen Wahl zur Direktkandidatin stellte, als die Liberalen in Berlin zum Ampel-Aus beitrugen und ihren Landesvorsitzenden Volker Wissing einbüßten. Hofmann arbeitet zwar in Fachausschüssen ihrer Partei auf Landes- und Bundesebene mit, heißt allerdings nicht jede Entscheidung dort gut: „Alle drei Koalitionspartner hätten sich ehrlicher machen müssen, was von ihrem Vertrag noch realistischerweise umsetzbar ist.“

Dass die Wahl vorgezogen wurde, kann Hofmann dennoch nachvollziehen: Deutschland brauche eine handlungsfähige Regierung. Deshalb war Hofmann – auch mit den Erfahrungen aus ihrer Direktkandidatur 2021 – schnell wieder im Wahlkampfmodus. Eine zusätzliche Herausforderung bestehe darin, dass in der Anwaltskanzlei, in der die ausgebildete Hotelfachfrau und studierte Betriebswirtin arbeitet, gerade viele Jahresabschlüsse anstehen. Mit einem eigenen Buchhaltungsbüro ist Hofmann außerdem selbständig tätig. Weitere Kompetenzen hat sie in einer Weiterbildung zum „Personal Coach“ gesammelt.

Musikalisch und sportlich

Vor allem ihre musikalischen Hobbys müssten gerade pausieren, gesteht die Bewerberin. „Dafür braucht man Zeit und Muse.“ Klavierspielen hat sie früh gelernt und sich mit über 50 zudem ans Schlagzeug gewagt. Hofmann und ihr Mann tanzen gerne, verreisen mit dem Wohnmobil („Ins Allgäu, an die See, und in der Bretagne waren wir auch nicht das letzte Mal“) und kümmern sich um die beiden Hunde. Die zwei Töchter und der Sohn des Paares sind mit 23, 26 und 28 Jahren längst erwachsen. Die Familie eint die Begeisterung für den Basketballsport. Im Ehrenamt engagiert sich Hofmann für den Kunstverein und das Ladiesnetzwerk Speyer.

Die FDP-Frau ist in Neckarsulm geboren und im Odenwald aufgewachsen. Sie lebte lange in Baden, wo das einstige Junge-Union-Mitglied vor 16 Jahren auch zur FDP fand: mit einer Gemeinderatsbewerbung in Reilingen. Als sie 2015 nach Speyer-West umgezogen war, hinterließ sie schnell Spuren im dortigen Kreisverband der Liberalen. Seit 2019 ist sie Mitglied der Stadtratsfraktion, seit 2021 Vorsitzende des auf mehr als 60 Mitglieder angewachsenen Kreisverbands.

Schon Erfahrung gesammelt

Klar und meinungsfreudig, aber nie polternd tritt Hofmann in der Politik auf. 2025 ist sie wie schon bei der vorigen Wahl auf der Landratsliste ihrer Partei ordentlich platziert: Wenn Minister Wissing nach seinem FDP-Austritt sein Bundestagsmandat niedergelegt hätte, dann wäre sie kurz vor der Neuwahl noch als erste Nachrückerin in das Parlament eingezogen.

„Ich will mich einbringen“, erklärt Hofmann ihr Engagement. Sie stehe „für die klassischen Werte der FDP“. Die Bildungspolitik brauche ein starkes Gewicht, ebenso die Migrationspolitik. Bei der Zuwanderung müsse ein gutes Maß zwischen dem Bedarf an Arbeitskräften, dem Recht auf Asyl und Konsequenz im Fall abgelehnter Anträge gefunden werden. Und: „Unser starker Sozialstaat kann nur finanziert werden, solange es der Wirtschaft gut geht.“ Über allem stehe demokratische Stabilität: Sie wolle etwas dagegen tun, dass die Unzufriedenheit weiter zunimmt: „Erschreckend, wie sehr wirtschaftliche Sorgen, aber auch Frust verbreitet sind.

Fünf Ziele für den Wahlkreis

1.

Gute Wirtschaftspolitik mit wettbewerbsfähigen Energiekosten für den Erhalt gut bezahlter Arbeitsplätze im Wahlkreis.
2. Einfacheres Bauen ermöglichen, denn nur so kann bezahlbarer Wohnraum zum Mieten und Kaufen entstehen.
3. Kontinuität für das Startchancenprogramm erreichen und auf Kitas ausweiten. Gute Bildung fängt schon früh an.
4. Sportförderung – in Spitze und Breite – weiter ermöglichen.
5. Rechtsstaat für die Zukunft gut aufstellen – once only – und Schnittmengen bundesweit besser nutzen (also Informationen besser teilen), zeitnahes schnelles und konsequentes Handeln des Rechtsstaates fördern.
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