Speyer
Fachberatungsstelle beim Frauenhaus: Hilfe auch für Männer
Jeweils 4500 Euro für die Einrichtung einer Kinderinterventionsstelle und „Second Stage“, das Projekt für Frauen nach ihrem Aufenthalt im Frauenhaus, werden nach Auskunft von Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) bald bereitstehen. Demnach ist das Geld für das Nachsorgeprojekt bereits in den städtischen Haushalt eingestellt. Über die Förderungssumme für die Kinderinterventionsstelle soll der Sozialausschuss in seiner nächsten Sitzung im Juni seine Empfehlung für den Stadtrat abgeben. Zur Verarbeitung des Erlebten sei die Einrichtung einer Kinder-Interventionsstelle dringend erforderlich, sagte Bürger.
Nach wie vor sei das Frauenhaus in vielen Bereichen auf Spenden angewiesen, sagte Bürger. Im 2023 bezogenen neuen Gebäude mit sieben rund 25 Quadratmeter großen Appartements fehle aus Platzgründen ein Gemeinschaftsraum, wies sie auf immer noch beengte Verhältnisse hin. „Die Zahlen steigen stetig an“, berichtete die Frauenhaus-Leiterin von 28 Frauen und 29 Kindern, die im vergangenen Jahr aufgenommen worden seien. Als Ausweichmöglichkeit beispielsweise für gemeinsame Treffen stehe das Anti-Gewalt-Zentrum in der Kutschergasse 1 zur Verfügung, berichtete Bürger. Die Stadt trage mit rund 78.000 Euro zur Finanzierung bei, das Land fördere psychosoziale Betreuung, Krisenbegleitung, Stabilisierung oder Selbstbehauptungskurse. „Die Zuschüsse decken den Bedarf nicht“, betonte die langjährige Leiterin, die inständig auf das jetzt angekündigte Finanzierungsgesetz hofft.
Gewalt den Kampf angesagt
Die ebenfalls von Bürger geleitete Fachberatungsstelle unterstützt nach Gewalt, Stalking und Zwangsverheiratung. Voriges Jahr seien auch drei von Gewalt betroffene Männer beraten worden, sagte sie. „Wir schließen Männer nicht aus“, betonte sie. „Wir arbeiten nicht geschlechtsbezogen, sondern sagen Gewalt den Kampf an.“
Zukunftsaufgaben bleiben demnach mehr Prävention und die Weiterführung des seit 15 Jahren aufgelegten und ausschließlich aus Spenden finanzierten Programms „Miteinander leben ohne Gewalt“. Bewältigungsstrategien, Stärkung des Selbstwertgefühls, Nein-Sagen zur Grenzsetzung und die Entwicklung von Schutzplänen seien unabdingbar für eine gewaltfreie Perspektive Betroffener, erklärte Bürger. „Wir werden kontinuierlich weiter daran arbeiten, dass möglichst wenige Frauen ,Second Stage’ benötigen“, machte die Frauenhaus-Leiterin den Anspruch des Trägervereins und der Frauenhaus-Mitarbeiterinnen an fachliche Betreuung und Beratung deutlich.