Speyer Für Nachwuchs sorgen
Kein Unterrichtsmorgen wie jeder andere für die 220 Kinder der Clemens-Beck-Grundschule in Dudenhofen: Schulleiterin Sabine Gilles versprach ihnen gestern beim Umzug in die Festhalle mit der Aufführung von „Marco und das Feuer“ der Tourneeoper Mannheim und dem Aktions-Parcours der Freiwilligen Feuerwehr „ein ganz tolles Event“.
Was es war. Ein Theatererlebnis mit dramatischen Szenen über Brandschutz und Brandprävention, bei dem der Funke von der Bühne auf das junge, gespannt mitfiebernde Publikum übersprang. Die Geschichte: Marco, Philipp und Lucie sind beste Freunde, spielen zusammen, auch Fußball, bestehen Abenteuer gemeinsam, „einer für alle“, und meistern Gefahren. Bis es Philipp „immer nur mit Lucie“ langweilig wird und er Marco vorschlägt, nachts im Wald ein Lagerfeuer anzuzünden. Ohne die Freundin. Marco zögert, will aber nicht „uncool“, kein „Angsthase“ sein. Begleitet von dunklen und hellen Geisterstimmen (gespielt von Philipp und Lucie), die Marco zureden und ihm abraten – Soll er das elterliche Verbot, mit Streichhölzern zu zündeln, befolgen oder nicht? – erlebt er zuvor Brandgefährliches: In der heimischen Küche entflammt die Bratpfanne, eine brennende, tropfende Kerze entzündet Papier, die Mutter lässt ihr Bügeleisen außer Acht, versengt das Hemd. Merke: Lösche heißes Öl nie mit Wasser, nimm eine Decke. Keine Flamme oder offenes Feuer, ohne dass ein Erwachsener dabei ist. Wenn die Versuchung doch mal zu mächtig ist, wenigstens das Streichholz vom Körper weg halten. Vor allem, im Liedrefrain wiederholt: Wähle 112, die Nummer der Feuerwehr. Am Abend im Wald warnen die Kinder die beiden lautstark vor dem Lagerfeuer. Sie hören nicht, sammeln Holz. Lucie, der helle Geist, rettet sie, ihre Freundschaft, schickt ihnen 22 Schutzengel – Mädchen und Buben der Grundschule. Erleichterung, großer Jubel, als das Feuer gelöscht ist. Viele Fragen bei der anschließenden Fragerunde. Meist sind es Buben, die sich für die Bühnentricks – war das echtes Feuer, echter Rauch, wie kommt das Loch ins Hemd, hat es in der Festhalle schon mal gebrannt? – interessieren. Bei etwa einem Viertel der 220 Mädchen und Jungs entfachte das Stück den Wunsch, in der Jugendfeuerwehr mitzumachen. Zur Freude von Wehrleiter Stefan Zöller: „Ab zehn Jahren seid ihr bei uns herzlich willkommen.“ Erste Eindrücke und Übungen ermöglichten die Geschicklichkeitsspiele, Geräteschau und das Probetragen der Uniform an der Feuerwache. Der Aktionstag Brandschutzerziehung an Schulen ist eine Kooperation des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, Regionalfeuerwehrverbands Vorderpfalz, der Universität Koblenz/Landau und der Theateroper Mannheim. Er soll Kinder frühzeitig, auf spielerische Art für das Thema, sensibilisieren und ihnen das Verhalten im Notfall beibringen. Nach Angaben von André Luipold, Vizepräsident Landesfeuerwehrverband, müssen die Wehren jährlich mehr als 200.000 Mal ausrücken. 500 bis 700 Menschen kommen durch einen Brand ums Leben, Tausende werden verletzt.