Speyer Für Mutti einmal rund um die musikalische Welt
„Tutti insieme – Alle zusammen“: Rund 40 kleine und große Instrumentalisten des Musikvereins Berghausen haben Müttern und Großmüttern am Sonntag in der Heiligensteiner Rhein-Pfalz-Halle einen musikalischen Blumenstrauß überreicht. Filmmusik, Klassiker, Volksweisen, Evergreens und Musical-Medleys sorgten für Vielfalt im Muttertagskonzert.
Den Auftakt machten Dritt- und Viertklässler der vereinseigenen Bläserklasse unter der Leitung von Katharina Knoch. Mit ihrem „Trumpet Hero“ machten die Kinder den zahlreichen – auch männlichen – Besuchern ein ganz besonderes Geschenk. Extra fein gemacht hatten sich die Mitglieder des Orchesters. Die Männer trugen blaue Fliegen, die Frauen Schals. Mit Fanfaren begrüßten sie die begeisterten Zuhörer. Unter der Leitung von Werner Spranz zogen sie weiter zu Luzerner Drachentötern in den Schweizer Alpen. Begleitet von gespenstischem Rauschen aus den Mündern der Musiker erzählten ihre Instrumente die dramatische Legende um Menschen und Ungeheuer. Spranz setzte den gesamten Körper für sein Dirigat ein. Den Weg der Moldau von der Quelle bis zu ihrer Mündung zeichneten die Musiker in einer Kurzfassung für Blasorchester nach der gleichnamigen Komposition von Bedrich Smetana. Ludwig van Beethovens Ouvertüre zu Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel „Egmont“ führte die Zuhörer in die Niederlande, wo die Geschichte des gleichnamigen Grafen spielt. Toller Einsatz von Klarinetten und Flöten und ein furioses Finale beendeten den ersten Konzertteil. Temperamentvoll eröffnete das Orchester den zweiten Teil mit der Filmmusik zu den „Glorreichen Sieben“. Sehnsucht klang mit bei „Bésame Mucho“, dem Lied von Consuelo Velásquez über Hoffnung und Verlustangst. Sie hat „Küss mich als wäre es das letzte Mal“ 1941 im Alter von 19 Jahren geschrieben. Seitdem gilt es als Klassiker südamerikanischer Musik. Sehr emotional ließ Erich Ofer sein Flügelhorn-Solo erklingen. Eindrucksvoll interpretierten die Musiker den Beatles-Evergreen „All You Need Is Love“. Die schnellen Wechsel zwischen Dreiviertel- und Viervierteltakt gelangen den Instrumentalisten sehr pointiert. In der Rhein-Pfalz-Halle trieb auch das „Phantom der Oper“ sein Unwesen. Vier ausgewählte Stücke aus Andrew Lloyd Webbers weltberühmtem Musical über Liebe, Eifersucht, Ruhm und Rache präsentierte das Blasmusik-Ensemble des MV Berghausen mitreißend. In „Erinnerung an Zirkus Renz“ wies sich Orchester-Schlagzeuger Christof Hasenschwandtner auch als Meister des Xylophons. Gustav Peter hat „Souvenir de Cirque Renz“ bereits 1894 geschrieben. Den Berghausener Musikern ist es gelungen, lustige Clowns, waghalsige Artisten und galoppierende Pferde durch die musikalische Manege zu führen. Zugabe-Forderungen des Publikums kamen die Musiker gerne nach. Die letzte des Abends erzählte von einem alten Seefahrer, dessen Geschichte die Besucher mit rhythmischem Klatschen begleiteten.