Fussball
Ex-Speyerer plaudert über Duell gegen Stars
Spielen Sie jetzt noch aktiv oder sind Sie komplett weg vom Fußball?
Nein, ich spiele seit ungefähr vier Jahren nicht mehr aktiv Fußball. Ich konzentriere mich aktuell auf meinen Job als Support Manager, meine Weiterbildung und das Wichtigste zum Schluss: meine Frau und meinen einjährigen Sohn, bei dem ich hoffentlich bald schon neben dem Platz stehen kann und ihn anfeuern werde.
Ihren ehemaligen Verein Schwarz-Weiß Speyer gibt es nicht mehr. Wie verfolgen Sie den Nachfolgeverein FC Speyer?
Das habe ich mitbekommen und ja, ich verfolge den Sport in meiner alten Heimat Speyer weiterhin. Ich schaue immer wieder über Facebook rein, was der FC Speyer so macht. Es freut mich sehr für die Region, dass es eine Fusion einiger Vereine gegeben hat. In Speyer hatte es in der Vergangenheit so viele Vereine, leider blieb dadurch aber auch der Erfolg aus, da die guten Spieler bei sämtlichen Vereinen in Speyer verstreut waren. Ich hoffe sehr, dass dem FC Speyer in der Rückrunde eine kleine Aufholjagd gelingt und sie den Verbleib in der Oberliga sichern können. Es wäre für eine solch schöne und bekannte Stadt wie Speyer sehr wichtig, fußballerisch mindestens in der Oberliga vertreten zu sein.
Haben Sie noch Kontakte zu ehemaligen Mitspielern aus der Region?
Eigentlich nicht mehr groß. Man folgt einander auf den sozialen Medien, aber engen Kontakt habe ich nur noch mit meinem alten Mannschaftskollegen und damaligen WG-Genossen Aydin Ay, der heute beim SV Alemannia Waldalgesheim recht erfolgreich als Trainer unterwegs ist in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Aydin und ich haben beim FSV Oggersheim und später dann bei Eintracht Trier zusammengespielt und uns gemeinsam eine Wohnung geteilt. Wir hören uns fast wöchentlich und sind in sehr engem Kontakt.
Welche war Ihre schönste Station als Spieler?
Meine schönste Station war die Zeit beim FSV Oggersheim. Zum einen haben wir damals in der Regionalliga Süd gespielt, was zu dieser Zeit die dritthöchste Liga in Deutschland war und wir so quer durch Süddeutschland gereist sind, um gegen Mannschaften zu spielen wie FC Ingolstadt, SV Sandhausen, FSV Frankfurt, Jahn Regensburg, sämtliche Amateur-Mannschaften von 1860 München, VFB Stuttgart, FC Bayern. Viele Traditionsmannschaften, welche noch heute im deutschen Fußball hoch vertreten sind und natürlich die Amateure, die heute zum Teil im Weltfußball unterwegs sind.
Sie spielten einst gegen die Weltmeister Mats Hummels und Toni Kroos. Wie kam es dazu?
Ja, das stimmt. Das war damals in der Regionalliga mit dem FSV Oggersheim gegen die Amateure des FC Bayern. Zu dieser Zeit waren die beiden natürlich noch nicht so im Fokus wie heute, daher war es in diesem Moment nichts Außergewöhnliches. Dies kam erst später, als die beiden in der Nationalmannschaft und dem FC Bayern beziehungsweise Borussia Dortmund gespielt haben und ich plötzlich die Namen sehe und mich daran erinnere, dass ich gegen die beiden schon auf dem Feld stand.
Mario Basler war Ihr Trainer. Was ist er für ein Typ und welche Geschichte kommt Ihnen bei ihm in den Sinn?
Ja, zwei Jahre lang bei Eintracht Trier. Mario war ein Trainer, der sehr großen Bezug zur Mannschaft hatte. Man hatte manchmal das Gefühl, er wäre einer der Mitspieler, was ihn bei den anderen im Team sehr sympathisch gemacht hat. Wenn ich überlege: Ich habe ihm im Champions-League-Finale 1999 als zwölfjähriger Junge im TV zugeschaut und mitgefiebert und Jahre später ist er mein Trainer, der vor jedem Training den Torhütern die Bälle versucht hat ins Tor zu hauen. Eine schöne Geschichte fällt mir zu meiner ersten Weihnachtsfeier mit Eintracht Trier ein: Mario hat jedem Spieler, der an der Weihnachtsfeier keinen Alkohol getrunken hat, eine Geldstrafe in die Mannschaftskasse von 50 Euro angedroht. Wir hatten eine sehr amüsante Weihnachtsfeier und am Ende musste trotzdem keiner eine Strafe zahlen.
Wieso sind Sie den Schritt in die Schweiz damals gegangen und wie kam der Kontakt zustande?
Der Kontakt ist über meinen damaligen Berater zustande gekommen, der gute Kontakte in die Schweiz hatte. Zudem war für mich nach meiner Zeit bei Eintracht Trier der Moment gekommen, einen Sprung ins Ausland zu machen und meine Erfahrungen dort zu sammeln.
Sie haben bulgarische Wurzeln. War es je Thema dort mal zu spielen?
Das ist richtig. Ich bin in Bulgarien geboren und mit zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Für einen kurzen Moment war ich nach meiner Zeit beim FSV Oggersheim mit CSKA Sofia in Kontakt, was sich aber schnell wieder erledigt hat. Die Fußballer in Bulgarien versuchen mit allen Mitteln nach Deutschland zu kommen und Fußball zu spielen, was über die Qualität des bulgarischen Fußballs einiges aussagt. Leider haben wir in meinem Geburtsland nicht mehr die großen Fußballer wie einst mit Christo Stoichkov, Krassimir Balakov. Aber wer weiß, vielleicht irgendwann mal wieder.
Wie sehr verfolgen Sie den Schweizer Fußball?
Ich verfolge den Fußball in der Schweizer Super League fortlaufend. Meine Freunde, Verwandte und Bekannte sind alle aus der Region Basel, daher sind wir auch im St. Jakobs-Park und schauen uns ein Heimspiel des FC Basel an. Aber als richtigen Fan würde ich mich nicht bezeichnen, eher ein Sympathisant, der sich auf ein interessantes Spiel, eine gute Wurst und ein leckeres Bier freut.
Wer ist für Sie der beste Torwart der Welt?
Zu meiner Zeit, als der Torwart noch Torwart und nicht Libero war, war es Oliver Kahn. Da sich der Fußball etwas verändert hat, braucht es heute Torhüter wie Manuel Neuer, der für mich der kompletteste Torhüter und daher auch der Beste ist. Er kann Fußball spielen, hat Technik, ist auf der Linie stark, beim Eins-gegen-Eins sehr gut, bei hohen Bällen sehr sicher und daher die Nummer eins.