Römerberg
„Es hört nie auf“: Pfälzer Fußballverein wieder Opfer von Vandalismus
„Es ist wirklich sehr ärgerlich und frustrierend“, sagt Thomas Beck im RHEINPFALZ-Gespräch. Er ist seit mehr als 20 Jahren im Vorstand des FV Heiligenstein und steht dem Fußballverein seit vier Jahren als Vorsitzender vor. Was nun erneut passiert ist, schade dem ganzen Verein und vor allem der Jugendarbeit. In der Jugendspielgemeinschaft des FV Heiligenstein mit dem FV Berghausen und dem TuS Mechtersheim trainieren viele Kinder und Jugendliche der drei Römerberger Fußballvereine. Am Mittwochvormittag gegen 9 Uhr wurde Beck informiert, dass ein Unbekannter im Schnee mehrfach über den Rasenplatz des Vereins gefahren sei. Die Tat muss zwischen Dienstagabend, 21 Uhr, und Mittwochvormittag geschehen sein. „Die Spuren deuten auf einen Klein- bis Mittelklassewagen hin“, sagt Beck, der bereits drei Mal am Vereinsgelände „In den Rauhweiden“ direkt am Deich war, um das Ausmaß des Schadens zu begutachten. Beck spricht von einem Reifenabstand zwischen 175 und 180 Zentimetern, den das Fahrzeug gehabt haben muss. Der Täter sei über den ganzen Platz gefahren und habe die Grasnarbe zerstört. „Dort, wo die Spuren sind, ist nur noch Matsch. Der Platz sieht wieder katastrophal aus“, sagt Beck.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Unbekannter mit einem Auto über die Trainings- und Spielfläche des Fußballvereins gefahren ist. Im August 2024 hinterließ ein Autofahrer durch seine Fahrmanöver tiefe Rillen im Rasen. Der war von 60 Vereinsmitgliedern, darunter auch Kinder und Jugendliche, in mühevoller Arbeit zuvor frisch ausgesät worden. Der Platz sei nach dem Vandalismus-Vorfall zwei Monate nicht bespielbar gewesen. Spiele mussten laut Beck abgesagt oder verlegt werden. Um den Schaden zu beheben, musste der Verein seinem Vorsitzenden zufolge mehr als 1500 Euro investieren. Für Frust sorgte damals auch, dass einige Tage zuvor, im Juli 2024, Unbekannte die Schlösser des Vereinsheims mit Sekundenkleber zugeklebt und dadurch unbrauchbar gemacht hatten. Der Austausch kostete den Verein 2800 Euro. Die Vorfälle wurden bei der Polizei angezeigt, doch ein Täter sei nicht ermittelt worden. Der Verein hatte einen Verdacht, der sich laut Beck jedoch nicht beweisen ließ.
Unklar, ob das Training wie geplant starten kann
Wie hoch der Schaden im jüngsten Fall ist, kann der Vereinschef noch nicht sagen. Zuerst muss der Schnee tauen, damit das ganze Ausmaß zu sehen ist. Der FV Heiligenstein hat sich nach Angaben seines Vorsitzenden eigentlich darauf gefreut, am Wochenende seine umgebauten Kabinen einzuweihen. Die Modernisierung hat laut Beck 50.000 Euro gekostet und konnte auch dank Spenden verwirklicht werden. Beck ist resigniert, weil der Verein aufgrund der erneuten Zerstörung seines Rasens wieder Geld in die Hand nehmen muss. „Es hört nie auf“, sagt er. Ob das Training, wie geplant, nach der Winterpause Ende Januar wieder aufgenommen werden kann und Spiele zum Rundenstart im Februar auf dem Platz stattfinden können, konnte der Vereinsvorsitzende noch nicht sagen. „Wir müssen abwarten.“ Seinen zweiten Platz könne der Verein zu dieser Jahreszeit nicht nutzen. Eine Kameraüberwachung sei aufgrund der am Platz entlang verlaufenden öffentlichen Straße nicht möglich.
Beck und seine Sportkameraden hoffen daher auf Zeugenhinweise. Wer zwischen Dienstag, 21 Uhr, und Mittwochvormittag etwas Verdächtiges beobachtet hat, wird gebeten, sich zu melden. Der Verein behandele Hinweise vertraulich und sei auch bereit, die Schadensbehebung „intern zu klären“, wenn sich der Täter von sich aus bis Sonntag meldet. Hinweise nimmt Thomas Beck per E-Mail an TB-Thomas.Beck@web.de oder unter 0171 6427477 entgegen.