Speyer Erst schwitzen, dann singen

Danai Amann aus Dudenhofen ist die neue Dirigentin von Da Capo 1854, dem modernen gemischten Chor des Schifferstadter MGV 1854. Von ihrem Vorgänger, der im März vergangenen Jahres die Leitung übernommen hatte, trennte sich der Chor, nachdem beide Seiten festgestellt hatten, „dass die Chemie nicht stimmt“. Mit der neuen Dirigentin blicken die Sänger optimistisch in die Zukunft.
Den Chor Da Capo 1854 lernte Danai Amann schon kennen, als noch Viola S. Hoffmann die Leiterin war. Die Dirigentin ist Lehrerin für Musik und Sport am Paul-von-Denis-Gymnasium in Schifferstadt. Als die Dirigentenstelle bei Da Capo frei wurde, habe eine Schülerin sie angesprochen. Seit Oktober arbeitet sie nun mit dem Chor, und die Begeisterung auf beiden Seiten ist groß. Beleg für die gute Stimmung im Chor ist für Hermann Magin, Vorsitzender der 1854er, dass zehn neue Mitglieder dazugekommen sind. „Man spricht ja nur dann neue Leute an und bringt sie zu den Proben mit, wenn man selber davon überzeugt ist und Spaß hat“, sagt Magin. Spaß hat auch die Dirigentin mit ihrer neuen Aufgabe. „Der Chor ist sehr motiviert und engagiert“, sagt die Musikerin erfreut. Besonders beeindruckt haben sie das Miteinander und der spürbar enge Zusammenhalt in der Chorgemeinschaft. Die Stimmung in den Proben sei gut, gearbeitet werde konzentriert. „Selbst wenn ich mal nicht so gut drauf bin, habe ich nach einer Probe hier immer gute Laune“, sagt die Dirigentin. Danai Amann wurde 1983 als Tochter griechisch-deutscher Eltern in Darmstadt geboren. Schon als Fünfjährige lernte sie Klavier und Blockflöte. Querflöte und eine Gesangsausbildung begann die Sopranistin mit 15 Jahren. Als Gesangssolistin gewann sie mehrere Wettbewerbe. Von Anfang an sang sie schon gern in Chören und A-cappella-Ensembles. Stilistisch ist sie vielseitig, nicht nur Klassik macht ihr Freude. „Ich liebe auch die moderne Richtung aller Genres“, sagt sie. Sie studierte Schulmusik mit Hauptfach Gesang in Mainz, lernte auch Violine und Kontrabass und machte ihr Examen mit den Nebenfächern Saxofon und Klavier. Die Fächer Chor- und Orchesterleitung hat sie mit „sehr gut“ abgeschlossen. Schon während des Studiums habe sie bei mehreren Projekten des Konzertchors der Europa-Chorakademie mitgewirkt und an Konzertreisen teilgenommen, erzählt sie. Ein Höhepunkt seien sicherlich die Studioaufnahmen unter der Leitung von Placido Domingo gewesen. Als Solistin trat Amann mit der Rheinhessischen Bläserphilharmonie und weiteren Ensembles auf. Seit 2009 singt sie im Motettenchor Speyer und ist Mitglied des Kleinen Orchesters Darmstadt. Die Musikerin lebt mit ihrer Familie in Dudenhofen, die Kinder sind ein und zwei Jahre alt. Am PvD-Gymnasium unterrichtet sie seit 2008 – zunächst als Referendarin, ab 2010 dann als festangestellte Lehrerin für Musik und Sport. Am Gymnasium erweckte sie den Schulchor zu neuem Leben. Mit Familie, Unterricht und Chorleitung ist Danai Amann viel beschäftigt. Privat hört sie gerne Vokaljazz von Diana Krall und Silje Nergaard. Wenn es ihre Zeit zulässt, treibt sie Sport, vor allem Schwimmen und Laufen. Ihre sportliche Seite bekommen auch die Sänger mit: Bei ihnen gehört Auflockern und Warmlaufen jetzt auch zur Singstunde. Mit Da Capo 1854 will die Dirigentin Lieder in verschiedenen Sprachen, von traditionell bis jazzig singen. Dabei sollen die Sänger auch ein Ohr für die farbigeren Jazzharmonien entwickeln und auch bei Klängen mit Spannungstönen und Reibungen sicher intonieren. Um den Chor und die Zusammenarbeit in Ruhe entwickeln zu können, sei das nächste Konzert erst für den Advent dieses Jahres angesetzt. Da Capo probt immer dienstags ab 20 Uhr in der Sängerklause, Zwerchgasse 6, Schifferstadt.