Speyer
Ersatzbusse zwischen Speyer und Schifferstadt: Mal entspannt, mal beengt
Wegen des Baus einer Unterführung in Schifferstadt fahren seit 23. Februar – und noch bis 26. März – keine Züge zwischen der Rettich- und der Domstadt. Ein- und Umsteiger etwa aus Richtung Neustadt oder Ludwigshafen nach Speyer müssen ab Schifferstadt Ersatzbusse nutzen. Diese Verbindung kostet damit mehr Zeit – und auch Nerven, wie der Bericht einer Pendlerin aus Limburgerhof nach Speyer zeigt: „Man kann doch nicht einen Zug durch einen einzigen Bus ersetzen. Man bräuchte morgens mindestens drei. Es ist unmenschlich, wie eng es ist. Sie behandeln uns wie Tiere. In der vergangenen Woche habe ich fast geweint.“
Die Frau steigt zwischen 7 und 8 Uhr um, wenn mit am meisten los ist. Eine Stunde später sieht das an einem anderen Morgen schon entspannter aus: Geduldig wartet eine Gruppe auf dem geräumigen Bahnhofsvorplatz in Schifferstadt auf den Bus. Bis zu 13 Minuten dauert für sie der Übergang. Als sich die Türen des Gelenkbusses öffnen, reichen die Sitzplätze fast aus. Eine Handvoll Passagiere muss stehen, nach dem Stopp am Haltepunkt Schifferstadt-Süd ein paar mehr. Ein fast leerer Bus fährt hinterher. Größere Probleme gibt es nicht auf der zügigen Fahrt über den Haltepunkt Speyer-Nord/West bis zum Hauptbahnhof Speyer.
Ziel: Stets genügend Busse
Laut Bahn als Auftraggeber der bis zu 70 Fahrten in eine Richtung pro Tag müssen die schlechten Erfahrungen der Pendlerin eine Ausnahme sein. Sie betrachte die Reisendenzahlen zu verschiedenen Uhrzeiten und wolle stets genügend Busse am Start haben: „Für die Strecke zwischen Schifferstadt und Speyer bedeutet dies, dass immer mindestens zwei Busse pro Verbindung im Einsatz sind – in der Hauptverkehrszeit sogar drei“, informiert eine Sprecherin auf Anfrage.
Die Berufspendlerin könnte somit von Ausfällen betroffen gewesen sein, was die Bahn nochmals prüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen will. Bisher sind bei ihr laut der Sprecherin keine Beschwerden eingegangen. Die Bahn erstelle den Fahrplan, dann kaufe sie die nötigen Leistungen nach Vergaberecht auf dem Busmarkt ein. „Die Busunternehmer, die den Zuschlag erhalten, erstellen ihrerseits die Dienstpläne, disponieren die Fahrzeuge und sorgen dafür, dass die Fahrerinnen und Fahrer die erforderliche Streckenkunde erhalten“, erklärt sie den Ablauf.
Geduld bei Fahrern und Passagieren sowie Genauigkeit in den Abläufen werden voraussichtlich noch zwei Wochen gefragt sein: Bis Mittwoch, 26. März, sind die Einschränkungen angekündigt. Gerade in dieser Woche gibt es einige zusätzliche Zugausfälle auch zwischen Speyer und Germersheim. Weitere sind für den „Endspurt“ ab 24. März angekündigt.