Speyer Erleichterung bei Firma Rohr

Die Bannweide in Otterstadt: Dort baut die Firma Rohr seit mehr als 30 Jahren Kies und Sand ab. Wäre der Pachtvertrag mit der Or
Die Bannweide in Otterstadt: Dort baut die Firma Rohr seit mehr als 30 Jahren Kies und Sand ab. Wäre der Pachtvertrag mit der Ortsgemeinde nicht verlängert worden, hätten auch Otterstadter ihren Arbeitsplatz verloren.

«Otterstadt/Waldsee.»Zwölf Ratsmitglieder – SPD, FWG, BIO und der parteilose Jürgen Zimmer – hatten sich für die Vertragsverlängerung ausgesprochen. „Ich bin voll dafür“, sagte Zimmer. Er habe das Projekt als Beigeordneter seit 2010 begleitet und in den vergangenen eineinhalb Jahren den Vertrag mit der Firma Rohr im Auftrag der Gemeinde vorbereitet. „Die Zusammenarbeit mit der Firma Rohr war immer gut“, sagte Zimmer. Rohr sei immer auf Vorschläge eingegangen, egal ob es um die Renaturierungspläne für die Zeit nach Ende des Kiesabbaus ging oder darum, ein paar Bäume zu pflanzen. „Wenn wir oder die Angler einen Wunsch haben, ist die Firma Rohr die letzte, die nein sagt“, lobte Zimmer. „Der Vertrag ist von Jürgen Zimmer sehr gut verhandelt worden. BIO stimmt der Verlängerung zu“, sagte Werner Benedix (BIO). Die Firma Rohr sei immer ein verlässlicher Vertragspartner gewesen und man dürfe nicht vergessen, dass Kies und Sand die Rohstoffe sind, mit denen Otterstadt reich geworden sei und dass es auch um Arbeitsplätze gehe, so Benedix. Markus Neubauer (FWG) machte keine großen Worte und beließ es bei einem: „Wir stimmen zu.“ Ganz anders sah das die CDU-Fraktion. „Für die CDU ist es an der Zeit, eine Lanze für die Natur zu brechen. Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagte Fraktionssprecher Lothar Ritthaler und führte an, dass Otterstadt finanziell im Moment ausgesprochen gut da stehe. Die Ortsgemeinde sei seit 15 Jahren schuldenfrei und habe seit 2015 immer mehr als eine Million Euro in der Rücklage. „Wir können es uns leisten, auf diese Einnahmen zu verzichten“, sagte Ritthaler in Hinblick auf die Kiespacht, die sich nach den vorliegenden Zahlen der Firma Rohr in den nächsten zehn Jahren auf mehr als 50.000 Euro pro Jahr belaufen würde. Einnahmen aus der Gewerbesteuer ließ Ritthaler gar nicht gelten: Die müssten zu 85 Prozent an andere abgeführt werden, sagte er. Der CDU geht es nach Ritthalers Aussage um den Naturschutz. Der einzigartige, wertvolle Auenwald solle erhalten bleiben, Laichplätze der Fische sollten nicht verloren gehen. Die von den Anglern gewünschten Flachwasserzonen sollten nicht mit Fremdmaterial aufgeschüttet werden. Vor allem aber solle es keine weiteren Uferabbrüche geben. Dies war im vergangenen Winter an einem Teil des Nordufers geschehen. Wie Jürgen Zimmer und später auch Firmeninhaber Axel Rohr darstellten, liegt das Ufer allerdings innerhalb der Grenzen, in denen der Kiesabbau genehmigt war. Anders ausgedrückt: Rohr hätte an dieser Stelle noch ein gutes Stück Land mehr abgraben dürfen, als er es tatsächlich getan hat. Nachdem die Vertragsverlängerung grundsätzlich beschlossen war, hätte der Rat noch über vier ältere Anträge von FWG, Jürgen Zimmer und BIO abstimmen sollen, in dem es um die Renaturierung der Bannweide nach Beendigung des Kiesabbaus geht. Die Anträge wurden aber zurückgezogen, da diese Aspekte nach Information von Zimmer bereits im Pachtvertrag berücksichtigt worden seien. Kurz angerissen wurden auch die Vorschläge der Angler, die diverse Wünsche für die Bannweide geäußert hatten. Größtenteils waren diese aber von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd schon abgelehnt worden. Außerdem hat die Firma Rohr in den vergangenen Wochen bereits eine von den Anglern gewünschte Flachwasserzone angelegt.

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