Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Entspanntes Weihnachten in der größten Geburtsklinik

Nach einer Geburt: Alice D’Apolito präsentiert ein Neugeborenes.
Nach einer Geburt: Alice D’Apolito präsentiert ein Neugeborenes.

Sieben Christkinder sind am 24. Dezember im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer zur Welt gekommen. Vier Mädchen und drei Jungen. Am Sonntag vermeldete die Klinik aktuell 3526 Neugeborene in diesem Jahr. Damit ist der Höchstwert aus dem Vorjahr schon übertroffen.

In der Nacht vor dem Heiligen Abend um 00.10 Uhr war es soweit: Das erste Christkind – 51 Zentimeter lang, 2980 Gramm schwer – lag zum ersten Mal in den Armen von Mutter und Vater. Ja, der Vater durfte auch dabei sein. Geimpft, negativ getestet, die FFP2-Maske vor Mund und Nase, hat er seine Frau unterstützt. „Ungeimpfte müssen einen PCR-Test im Krankenhaus vornehmen lassen“, erklärt Hebamme Alice D’Apolito im RHEINPFALZ-Gespräch die Corona-Regeln für die Geburtsstation. Nach zwei Stunden liege das Ergebnis vor. „Erst dann darf der Kreißsaal betreten werden.“

Besuche seien in der Abteilung derzeit nicht gestattet, so die Hebamme. „Auch Geschwisterkinder und Großeltern müssen aus Sicherheitsgründen draußen bleiben.“ Väter oder je eine andere Begleitperson seien die einzigen Ausnahmen von dieser Regel. D’Apolito erinnert sich an eine Geburt vor wenigen Tagen, vor der der Vater positiv getestet worden sei. Die werdende Mutter habe viele Tränen vergossen, bis ihre Schwester als „Ersatzperson“ gekommen sei und sie begleitet habe. „Das sind auch für uns schreckliche Situationen“, sagt die Hebamme, die mit mehr als 40 Kolleginnen rund um die Uhr im Schichtdienst an 365 Tagen im Jahr werdenden Müttern im „Diak“ zur Seite steht.

Vier Hebammen im Kreißsaal

Zu viert haben sie sich die sieben Weihnachtsgeburten geteilt. Um 10, 13, 14, 15, 17 und 20.45 Uhr seien die weiteren „Christkinder“ des Jahres 2021 in den sechs Kreißsälen geboren, berichtet D’Apolito. Das sei eher wenig und habe eine so entspannte Atmosphäre auf der Station bedeutet, „dass einige Hebammen in Rufbereitschaft nach Hause geschickt werden konnten“. „In den Tagen davor war mehr los“, erzählt sie etwa von Eltern, die eine Spontangeburt an Weihnachten mit einem Kaiserschnitt vermeiden wollten. Vier dieser geplanten Geburtstage habe das Team allein am 23. Dezember möglich gemacht. Es gebe aber auch Mamas, die sich auf ein Christkind freuten, betont D’Apolito: „Auch die, die in diesem Jahr am Heiligen Abend entbunden haben.“ Bei zweien von ihnen sei ein Kaiserschnitt nötig geworden, berichtet die Hebamme. „Auch sie sind überglücklich.“

D’Apolito ist zufrieden mit ihrem Weihnachtsfest, das sie weitgehend in einem der sechs Kreißsäle in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe verbracht hat. „Man muss mit dem Herzen dabei sein“, beschreibt die 29-Jährige die wichtigste Voraussetzung für ihren Traumberuf. D’Apolito hat die Ausbildung vor fünf Jahren in Italien abgeschlossen. 2017 hat sie ihren Dienst im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus aufgenommen. Die Entscheidung – verbunden mit dem Länderwechsel – habe sie nie bereut. In italienischen Kreißsälen hätten Hebammen weniger Freiräume und nicht so viel Verantwortung wie hier, berichtet sie von einer stärkeren Hierarchie zwischen Arzt und Geburtshelfern.

Höchstwert übertroffen

D’Apolito arbeitet gerne an den Feiertagen. Silvester feiert sie aber zu Hause. Bis dahin freut sie sich „auf schöne Geburten und viel Glück und Freude im Kreißsaal“. Mit schon mehr als 3500 Geburten in diesem Jahr ist der bisherige Höchstwert in der größten Entbindungsklinik des Bundeslands aus dem vergangenen Jahr (3305) übertroffen worden.

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