Speyer Engagiert in zweiter Reihe

Richard Entzminger feiert morgen seinen 80. Geburtstag. Der Berghäuser, der als Beigeordneter, Ortskartell-Vorsitzender und Schiedsmann jahrzehntelang das Ortsleben mitgeprägt hat, hält sich heute im Hintergrund.
Der Jubilar steht bei der CDU in Römerberg, der er 20 Jahre vorstand, in zweiter Reihe. Er organisiert jedes Jahr die Bürgerreise, die die Teilnehmer in diesem Jahr an den Gardasee geführt hat. Nächstes Jahr soll das Reiseziel laut Entzminger die belgische Region Flandern sein. Dem noch 79-Jährigen gefällt es, die Reisen vorzubereiten und den Teilnehmern die Region vor Ort als Reiseleiter näherzubringen. Entzminger ist aber nicht nur an anderen Ländern interessiert, sondern auch sehr mit seiner Heimat verbunden. „Heimatkunde interessiert mich auch. Man darf nicht einrosten, und Sudoku allein löst das nicht“, sagt der Jubilar und lacht. Deshalb bietet Entzminger Ortsrundgänge an, wie im vergangen Jahr durch Berghausen, bald will er einen solchen Rundgang auch in Dudenhofen veranstalten. Neben seinen Sonderaufgaben bei der CDU in Römerberg ist Entzminger Ehrenvorsitzender des Vereins Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt. Von den Misshandlungsvorwürfen in einem Wohnheim in Speyer war der 79-Jährige, der selbst eine behinderte Tochter hatte, „sehr betroffen“. Dem neuen Vorstand mit Gerhard Wissmann an der Spitze bescheinigt er ein „gutes Händchen“, das nötig sein werde, um alles wieder ins Lot zu bringen. Entzminger engagiert sich seit 1968 bei der Lebenshilfe, zunächst als Geschäftsführer dann als Vorsitzender. Unter seiner Leitung ist die Wohnstätte in Schifferstadt entstanden. In Römerberg wurde während seiner Zeit als Beigeordneter von 1984 bis 2004 die Malzfabrik in Berghausen im Jahr 1991 gesprengt, was Entzminger als „gravierendes Ereignis“ in der Ortsentwicklung bezeichnet. In den darauffolgenden Jahren sind auf dem ehemaligen Fabrikgelände Wohnhäuser und ein Seniorenzentrum entstanden. Als Beigeordneter war Entzminger aufgrund seines Berufs – er war zuletzt bis zu seiner Pensionierung 2001 Büroleiter bei der Kreisverwaltung in Ludwigshafen – für die örtlichen Schulen, Bäder und die Volkshochschule zuständig. Nach seiner Zeit als Beigeordneter war Entzminger zehn Jahre Schiedsmann der Gemeinde. Eine Aufgabe, die ihm sehr viel Spaß gemacht habe. Der Jubilar ist auch heute noch an der Ortspolitik interessiert – besonders an Verkehrsthemen. Der CDU-Fraktion unter dem Vorsitzenden Mathias Müller bescheinigt er gute Arbeit. Sie engagiere sich breit. Als graue Eminenz im Hintergrund möchte sich Entzminger nicht sehen, „das liegt mir nicht“, sagt er. Seinen Geburtstag feiert der Berghäuser morgen nicht nur im Kreis seiner engen Familie, zu der seine Frau Brigitte und sein Sohn Musikkabarettist Alexander Entzminger gehören, sondern auch mit einige CDU-Mitgliedern. Denn „für mich ist die CDU auch Familie geworden“, sagt Entzminger.