Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel „Endspiel“ Arminia Ludwigshafen gegen TuS Mechtersheim

Früher ein Armine, jetzt in Mechtersheim: Mark Knäblein im Spiel gegen den FCK II.
Früher ein Armine, jetzt in Mechtersheim: Mark Knäblein im Spiel gegen den FCK II.

Die Vokabel „Endspiel“ wird im Fußball gern genutzt. So wie für das Oberligaderby zwischen dem FC Arminia Ludwigshafen und dem TuS Mechtersheim. Bei den Gästen hat sich ein ehemaliger FCA-Spieler prächtig entwickelt.

Der FC Arminia belegt mit 38 Punkten derzeit den sicheren zwölften Tabellenplatz. Mit zwei Zählern weniger auf dem Konto folgen der TuS Mechtersheim und der FV Dudenhofen. Mindestens einen aus dem Trio dürfte es erwischen, weil in Kürze der Abstieg von TuS Koblenz und Schott Mainz auch rechnerisch feststehen dürfte. Das heißt im Klartext: Sechs oder sieben Teams müssen die Oberliga verlassen, je nachdem, ob der Vizemeister in die Regionalliga aufsteigt oder nicht.

Und da in der Oberliga Waldalgesheim und Cosmos Koblenz noch in Schlagdistanz zu oben genanntem Trio sind, dürfte die Bedeutung des Derbys, das am Freitag um 19 Uhr angepfiffen wird, klar sein.

Kontrahent im Abstiegskampf

„Die Spiele werden weniger, und wir treffen auf einen direkten Kontrahenten im Abstiegskampf“, sagt Arminia-Coach Andreas Brill. Da es dem FCA nicht gelang, in Morlautern zu punkten, wird der Druck größer. Bei den Westpfälzern gaben drei Kopfball-Gegentore den Ausschlag zuungunsten der Schwarz-Weißen. „Morlautern hatte viele Spieler mit einem Gardemaß um die 1,90 Meter, die schwer zu verteidigen sind. Wir haben mit Lukas Hartlieb, Laurenz Graf und Wal Fall nur drei kopfballstarke Akteure in unseren Reihen. Das hat nicht gereicht“, erklärt Brill. Nach guter, dominanter und disziplinierter erster Hälfte sei sein Team im zweiten Abschnitt etwas zu tief gestanden.

Heimspiel unter Flutlicht

Ein Rezept für den Derbysieg gibt es nicht, aber Eckpunkte, die als Grundlage dienen. „Auf der einen Seite dürfen wir nur wenig zulassen, andererseits aber brauchen wir gute Offensivaktionen und Präsenz im gegnerischen Strafraum, ohne dem TuS ins offene Messer zu laufen“, fordert der 38-jährige Brill, der zwischen 2004 und 2010 sowie später noch einmal drei Jahre selbst das Trikot der Mechtersheimer getragen hat.

Das ist Schnee von gestern, denn der Übungsleiter strahlt Entschlossenheit aus, wenn er sagt: „Heimspiel unter Flutlicht, ein Derby, die Tabellenkonstellation – alles Punkte, die ein Fußballer liebt. Wir wollen unbedingt den Sieg, egal wie.“

Alle 30 Spiele mitgemacht

Auf Mechtersheimer Seite steht Mark Knäblein, der sich beim TuS als Linksverteidiger unverzichtbar gemacht hat. „Wir haben eine ganz junge Mannschaft mit vielen U23-Akteuren und guten Einzelspielern. Das Team ist spielerisch stark, und wenn wir ins Rollen kommen, sind wir schwer zu schlagen“, beschreibt der 23 Jahre alte Abwehrspieler seine Mannschaft, die auf einen mit erfahrenen Akteuren gespickten FC Arminia treffe.

Knäblein hat alle 30 Saisonspiele mitgemacht und stand zuletzt zwölfmal in Folge die kompletten 90 Minuten auf dem Platz. „Anfangs waren etliche Teileinsätze dabei, dann habe ich in der Freizeit etwas mehr gemacht, was sich ausgezahlt hat“, erzählt der Abwehrspieler.

Knäblein und seine Verletzungen

„Mark ist in der vorigen Saison kurz vor dem Schließen des Transferfensters gekommen. Er hatte keinen Rhythmus und musste sich Matchfitness erarbeiten“, erinnert sich Brill. Das ging relativ schnell, und nach einer Einwechslung im Spiel gegen Jägersburg stand Knäblein neunmal hintereinander beim Anpfiff auf dem Platz. Ein Zehenbruch, eine Schleimbeutelentzündung und ein großer Muskelfaserriss warfen ihn immer wieder zurück. Bis zum Saisonende kam er nur noch sporadisch zum Einsatz. Im Sommer folgte ein Wechsel und Neuanfang in Mechtersheim, wo er viele Spieler traf, mit denen er schon mal zusammengespielt hat.

Mark Knäblein ist gebürtiger Heidelberger und wohnt in Waldhilsbach, einem Ortsteil von Neckargemünd, der im Naturpark Neckartal-Odenwald liegt. Bei der TSG Hoffenheim spielte er in der U12, danach lange im SV Sandhausen. „Nach der Jugend war ich bei Sandhausen II und habe teilweise mit den Profis trainiert“, blickt der Abwehrspieler zurück. Über Wormatia Worms ging es für den 23-Jährigen, der seit neun Monaten selbstständig in der Finanz- und Vermögensberatung tätig ist, zur Arminia. Die Kontakte zum FCA sind spärlicher geworden, kürzlich traf er aber Matteo Monetta bei einer Partie in Walldorf. Sein Ziel, so hoch wie möglich zu spielen, ist immer noch aktuell. Wo er in der kommenden Runde aufläuft, ist noch offen. Zunächst will er mit dem TuS in der Liga bleiben.

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