Speyer
EM-Fußball rollt in Speyerer Gaststätten
„Das öffentliche Fußballschauen ist mit den aktuellen Corona-Regelungen vereinbar, wenn dieses unter den bekannten Schutzmaßnahmen für Gastronomiebetriebe stattfindet“ – so definiert es Lisa Eschenbach, Sprecherin der Stadtverwaltung Speyer. Es gebe die Pflicht zu einem festen Sitzplatz, zur Kontakterfassung, zur Beachtung der jeweils geltenden Kontaktbeschränkungen und zum Tragen einer Maske bis zum Platz. Im Innenbereich gelte zudem die Vorausbuchungspflicht sowie die Testpflicht.
Gastwirte dürfen also für ihre Gäste einen Fernseher aufstellen und Spiele übertragen. Eschenbach: „Das Angebot darf sich aber ausschließlich an die eigenen Gäste richten, die feste Sitzplätze haben.“ Stehen oder eng gedrängt vor dem Fernseher zu sitzen sei nicht möglich. Die Lokale müssten zudem dafür sorgen, dass sich keine Ansammlungen von Passanten bilden, die auf die Monitore blicken. Unter diesen Bedingungen dürften Spiele ohne Anmeldung bei der Stadt gezeigt werden. Der kommunale Vollzugsdienst werde die Einhaltung der Auflagen kontrollieren.
Kein Hype erwartet
Eine Stichprobe zeigt, dass in Speyer mehrere Gaststätten „mitmachen“. Er sei froh über diese Einnahmemöglichkeit nach dem langen Lockdown, erwarte aber keinen Hype, sagt etwa Jürgen Wessa, Inhaber des „Wirtshaus am Dom“. Im Freisitz würden zwei Monitore aufgestellt, die bei den deutschen Spielen mit, bei den anderen die Übertragungen ohne Ton zeigten. Drinnen gebe es weitere Monitore sowie eine Großbildleinwand im hinteren Bereich. Es gelte, die richtige Balance zu finden, weil manche Gäste die Kicks sehen wollten, andere nicht, sagt Wessa. 80 bis 100 feste Sitzplätze könne er so unter Einhaltung der Abstandsregeln verteilen, während es in „normalen“ Zeiten rund 200 seien.
Zweifel, ob sich das Angebot angesichts der Rechtekosten überhaupt rechnet, hat Frank Dickau vom „Flaming Star“ in der Gilgenstraße. Er biete aber Übertragungen im sonst auf bis zu 80 Gäste ausgelegten Bar-Bereich mit 30 festen Sitzplätzen an. Unter anderem die Stammgäste freuten sich darüber, sagt er. Auf Interesse ihrer Gäste an der EM hoffen auch die zwei „Maximilian“-Standorte in der Korngasse und in der „Waldeslust“ (Iggelheimer Straße). Ein passendes Hygienekonzept und feste Sitzplätze seien auch hier gewährleistet.
Polizei ist vorbereitet
Die Polizei war bei früheren Fußballturnieren mit deutschen Erfolgen immer wieder gefragt, um neben Public-Viewing-Veranstaltungen mögliche Autokorsos im Blick zu behalten. „Es ist für uns schwer einzuschätzen, wie das diesmal sein wird“, sagt Susanne Lause, Sprecherin der Speyerer Inspektion, auf Anfrage. Die Polizei sei aber gerüstet und werde etwa an den Tagen mit deutschen Spielen zusätzliche Kräfte im Einsatz haben. Wenn in der Speyerer Innenstadt gefeiert würde, achteten diese darauf, „dass es nicht ausartet“. Zuletzt ging es unter anderem darum zu verhindern, dass sich die Blechkarawane durch die Fußgängerzone bewegt.