Speyer Einwurf: Das Einfachste ist nicht das Beste

Sie haben beide recht: Dekanin Ulla Hoffmann mit ihrer Forderung, dass sich Kirche der geänderten Bestattungskultur anpassen muss und so auch wieder Kontakt zu den Menschen herstellt. Und Hartmut Jossé, der die Frage stellt, was mit Urnen nach der abgelaufenen Pachtzeit passiert, die in einer Wand gestanden haben. Für letztere Frage gibt es sicherlich praktikable Lösungen. St. Ludwig wäre nicht die erste Grabeskirche in Deutschland. Gewichtiger ist also der Aspekt: Wie umgehen mit dem Bedürfnis der Menschen nach einer anderen Form der Beisetzung? Seebach zeigt, dass dies aber auch eine Diskussion in Gang setzt über den Tabubereich Tod und Sterben. Dieser sollte sich auch die katholische Kirche stellen. Die protestantische hat mit dem Kolumbarium in Seebach gezeigt, dass es funktionieren kann. Die Toten haben dort einen Platz unter den Lebenden.