Speyer Eingekreist:

Placeholder-Image
Dudenhofens

Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) und der FDP-Mann Jürgen Creutzmann sind – wie natürlich alle Volksvertreter des Gemeinderates Dudenhofen – Männer mit ehernen politischen Prinzipien. Einmal eine Sache als richtig und vernünftig erkannt, will Eberhard den letzten Skeptiker, selbst Creutzmann, von seiner Meinung überzeugen. Einmal, zweimal, immer wieder. Dass es eine zweite „Wahrheit“ oder gar mehrere Wahrheiten geben könnte, überrascht ihn. Für sein gern gespieltes Pingpong hat Eberhard im Rat in Creutzmann den idealen Partner: Eberhard beharrt, wie in der Geschichte mit den 700.000 Euro beim Kita-Neubau auf seinem Standpunkt, Creutzmann reizt Widerspruch zu immer neuen, tiefgründigeren, nicht enden wollenden Formulierungen und Begründungen der Gegenrede. Am Donnerstagabend standen sie sich gleich mehrfach an der Platte gegenüber. Aufschlag Creutzmann mit dem Antrag „rechts vor links“ an der Harthauser Straße. Rückschlag Eberhard: „Ober sticht Unter.“ Mit dem Vorschlag, einer Kreisstraße Vorrang vor einer Landesstraße einzuräumen, brauche er dem Landesbetrieb Mobilität erst gar nicht zu kommen. Nach einigen weiteren, nicht sonderlich spannenden Ballwechseln, bestand Creutzmann auf „einer offiziellen Ablehnung durch den Landesbetrieb Mobilität“. Die er allerdings nicht bekommen wird, weil schon die Ratsmehrheit das Match abpfiff. Die Neuauflage beim nächsten Creutzmann-Antrag, den Eberhard „noch unsinniger, noch eindeutiger“ fand, da der Landesbetrieb Mobilität für ein Vorfahrtsschild an der Berghauser Straße (Einfahrt Harthauser Straße) noch härteren Granit anrühre. Nach längerem Hin und Her schmiss Creutzmann seinerseits den Betonmischer an. Bei zwei Ja-Stimmen im Wissen um die Vergeblichkeit. In die dritte Initiative – aufzeigen eines Rechnungsbeispiels, wie sich Sperrungen anderer Ortsstraßen auf die Verkehrsbelastung der Carl-Zimmermann-Straße auswirken und eine Umfrage, ob die Anwohner die höheren Kosten im Fall einer Sanierungs-Maßnahme tragen wollen (bei Straßen mit Tempo 30 zahlt der LBM keinen Zuschuss), – mischte sich Werner Löffler (SPD) im Doppel mit Eberhard ein: „Abwarten, bis die Entscheidung der Behörden vorliegt.“ Nach zweieinhalb Stunden Ratssitzung drängte es Reinhard Oelbermann (CDU) zum angerichteten Abendbrot einen Stock tiefer. Sein Kommentar zum W-Lan-Antrag der FDP: „Im Zuge des Weihnachtsfriedens stimmen wir jetzt allem zu.“ Pech für die Opposition, dass nur einmal im Jahr Weihnachten ist.

x