Speyer Eingekreist:

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Beim Renovieren seiner Fensterläden ist RHEINPFALZ-Leser Willi Kögel aus Berghausen dieser Tage auf Zeugnisse einer längst vergangenen, düsteren Zeit gestoßen: kleine Löcher rund um die Licht- und Lüftungslamellen. Die meisten Passanten nehmen die winzigen Einstiche gar nicht wahr, und doch hatten sie einst große Bedeutung. Während des Zweiten Weltkriegs galt nämlich die sogenannte Verdunkelungspflicht, erinnert sich der Berghausener. Sie gehörte zu den Vorkehrungen, mit denen Zivilisten vor feindlichen Luftangriffen geschützt werden sollten. Der Gedanke hinter der Verdunkelung war, dass zum Beispiel Bomber, die meist nachts angriffen, keine Ziele finden, wenn es nirgendwo Lichtquellen gibt, die die Position von Gebäuden verraten. „Die Lamellen der Fensterläden mussten mit schwarzem Öl- oder Teerpapier abgedeckt werden, damit kein Licht nach außen dringen konnte“, erzählt Kögel denn auch. Das Papier sei mit Reißzwecken befestigt worden, die im Holz kleine Einstichlöcher hinterließen. Sie kamen zutage, nachdem er mehrere Farbschichten entfernt hatte, berichtet Kögel. Ob alles ordnungsgemäß angebracht war, kontrollierten ihm zufolge die eingesetzten Luftschutzwarte bei ihren nächtlichen Rundgängen. (mamü)

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