Speyer Eine Welt voller Buchstaben

Buchstaben in den Bäumen: Y-Hölzer an der Landauer Straße.
Buchstaben in den Bäumen: Y-Hölzer an der Landauer Straße.
Speyer liegt zwischen Soweto und Stockholm

Neulich in Dresden. Abseits von Frauenkirche und Schaufelraddampfern liegt die Dresdener Neustadt – ziemlich cool, ziemlich alternativ. In den Kunsthofpassagen schlendert man durch kunstvoll dekorierte Innenhöfe, vorbei an versteckten Cafés und kleinen Ladengeschäften. Eines davon ist das Atelier „Buchstabenorte“. Dort gestaltet Alexander Heitkamp seit 2010 individuelle Stadtpläne im Siebdruckverfahren. Sein Anspruch ist es, „die Bezirke einer Stadt in ihren tatsächlichen Grenzen“ zu zeigen, bei der Recherche leistet zum Beispiel die Internet-Plattform Open Street Map wertvolle Dienste. Den Anfang machten die Pläne von Köln und Dresden, inzwischen gibt es Orte aus der ganzen Welt. „Wir sind jedes Wochenende unterwegs“, sagt Heitkamp, das kleine Atelier ist auf Kreativ-Messen und bei Stadtfesten vertreten. Beim Stöbern im Laden selbst fallen zunächst die Metropolen auf – Moskau, Sydney, Hongkong. Aber es gibt auch deutsche Städte, von denen auf Bestellung typographische Pläne gefertigt wurden. Und was findet sich da, zwischen Soweto und Stockholm? Das letzte Exemplar eines Speyerer Stadtplanes, auf dem man gerne schmökert: links oben Rinkenbergerhof, daneben die Kurpfalzkaserne, südlicher die Fischervorstadt oder der Vogelgesang ... Und ist das da unten rechts nicht die Salierbrücke, die ganz zufällig wie eine Sackgasse aussieht? Info: www. buchstabenorte.de Wenn Ypsilone auf den Bäumen wachsen Kurzerhand verlängert haben kreative Stadtgärtner das „Gryne Band“ bis zur „grünen Insel“ kurz hinter dem Stadteingang an der Landauer Straße. Bei der jüngsten Umgestaltung des Beetes am Mittwoch haben sie das passende Motiv gefunden: In den Bäumen darüber hängen jetzt übergroße Ypsilons aus Holz. Sie sollen eine optische Verbindung zum Grynen Band herstellen, dessen Pflanzkästen in einem dem „Y“ gleichenden Straßenverlauf durch die Innenstadt ziehen. „Die aufsteigenden Stangen dienen als Kletterhilfe für die davor gepflanzten Prunkwinden und Schwarzäugigen Susannen“, teilte die Stadtpressestelle auf Anfrage mit. Die gesamte „Bild“ wird bis Ende September dort wachsen und stehen. Die „Gryne-Band-Saat“ ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Brazzeltag: Weder abgesoffen noch abgebrannt Am Wochenende hat der Brazzeltag wieder seine große Anziehungskraft für Automobil-Begeisterte bewiesen. Circa 14.000 Besucher des Technik-Festivals sind insgesamt gezählt worden, wie Museumssprecherin Corinna Siegenthaler mitteilt. Unfälle habe es bei all den – teils waghalsigen – Vorführungen am Wochenende keine gegeben. Die Gefahr, dass etwas schief geht oder, in diesem Fall, vielmehr fährt, ist bei einer solchen Freiluft-Veranstaltung nicht voll und ganz auszuschließen. „Unsere Teilnehmer können mit ihren Fahrzeugen umgehen“, nennt Carmen Werre, Mitorganisatorin des Festivals, eine Voraussetzung dafür, dass alle unversehrt bleiben. So ließen die Fahrerinnen und Fahrer bei feuchtem Boden Vorsicht walten. Und, immer wenn es zu nass wurde, wurden die Wagen geparkt. Gut fürs Museum, dass es nur mehrere kräftige Schauer und keinen Dauerregen gegeben hat. Abgesoffen ist der Brazzeltag also auch bei seiner achten Auflage nicht. Dafür hat es gebrannt; genauer gesagt sind Strohballen in Flammen aufgegangen. Das war aber „kein Unfall“, wie Carmen Werre betont. Vielmehr habe der Engländer Chris Williams mit seinem Packard-Bentley ganz bewusst und nach Ankündigung, die Getreidehalme mit aus den Auspuffrohren schlagenden Flammen in Brand gesetzt. Das Spektakel war nur von kurzer Dauer. Mit einer handbetriebenen Pumpe löschten Helfer das Feuer wieder – wie geplant.

Speyer in Buchstaben: der Speyerer Stadtplan, wie ihn in Dresden die Künstler von „Buchstabenorte“ sehen.
Speyer in Buchstaben: der Speyerer Stadtplan, wie ihn in Dresden die Künstler von »Buchstabenorte« sehen.
Umgelegt: Dieser Geländewagenfahrer hat den Parcours falsch taxiert.
Umgelegt: Dieser Geländewagenfahrer hat den Parcours falsch taxiert.
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